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Antonín Dvořák

Quintett G-Dur op. 77, Serenade d-Moll op. 44

linos ensemble

Capriccio/EMI 10 559
(64 Min., 3/1996) 1 CD

Man könnte dieser Aufnahme, wenn man's denn darauf anlegte, nur eines vorwerfen: dass sie für manchen Geschmack vielleicht zu klassizistisch-streng sei, zu wenig in Richtung "böhmischer Musikanten-Powidl". Man kann aber genau das auch als eine Qualität sehen – und daran denken, dass Brahms' tiefe Verehrung für Dvořák größtenteils nicht auf "mitreißenden" Aufführungen fußte, sondern auf den gedruckten Noten!
Und tatsächlich lässt sich namentlich die d-Moll-Serenade als klassizistisches Virtuosenstück lesen; welch ein Reichtum an Nuancen öffnet sich dabei! Hier spielen Blasinstrumente die Hauptrolle; wo immer die Bläser des Linos-Ensembles herkommen und wie immer sie heißen (das Beiheft nennt keine Namen), sie sind einfach großartig. Ich kenne nur noch ein anderes "namenloses" Ensemble, das mich nur aus sich selbst und ohne ordnende Dirigentenhände ähnlich überzeugt hat: das New Yorker Orpheus Kammerorchester.
Mit kleinen, daher unwesentlichen Abstrichen gefiel mir auch das für Streichquintett komponierte Opus 77. Das kann man sich glutvoller vorstellen, ja, aber kaum souveräner.

Thomas Rübenacker, 28.02.1998



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