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Max Frankl

Material Records/harmonia mundi MRE 036
(66 Min., 7/2011)

Der 30-jährige Gitarrist und Echo-Preisträger Max Frankl darf sich im Glück wähnen: Sein ehemaliger Lehrer Wolfgang Muthspiel hat ihm auf seinem Label die Möglichkeit eröffnet, eine Traum-Produktion mit einer ungewöhnlichen Besetzung zu realisieren. Mit einem Sextett aus Stars seiner Generation entgeht er dabei geschickt den Fallstricken der additiven Bandarithmetik. Nicht selten verblassen ja bei All Stars die besonderen Farben der Mitglieder im angestrebten Komplementärprozess. Nicht so auf Home: Alle fühlen sich in den formstrukturierenden Vorgaben der Kompositionen Frankls sichtlich wohl, hat er ihnen doch die erfrischend komplexen und mitunter kecken Arrangements auf den Leib geschrieben. Nils Wogram an der Posaune erweist sich als ein begnadeter Nachfolger Albert Mangelsdorffs, insbesonders dessen klar logischer Diskursivität. Domenic Landolf an Saxofon und Bassklarinette wirkt ausdrucksstark durch konturiert nuancierte Zurückhaltung. Pablo Held verbindet Innerlichkeit mit expressiv kühner Harmonik. Matthias Pichlers Kontrabass rundet mit ebenso kraft- wie fantasievollen Linien die Musik nach unten ab, und in perfekter Verzahnung legt Schlagzeuger Silvio Morger hippe Rhythmik darunter. Max Frankl selber ist als sensibler Melodiker zu erleben. Er belegt mit warmem Ton, dass er das Vokabular seiner Lehrer Muthspiel und Rosenwinkel zu einer eigenen Sprache geformt hat, in der er spannende Geschichten zu erzählen weiß. Mit denen ist er nun zu Hause bei den ganz Großen angekommen.

Thomas Fitterling, 19.01.2013



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