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John Dowland, Henry Purcell, Nicola Matteis

To Touch – To Kiss – To Die

Valer Barna-Sabadus, Olga Watts, Axel Wolf, Pavel Serbin

Oehms Classics/Naxos OC 870
(67 Min., 9/2012)

Gerade hat er mit dem „Serse“ in Düsseldorf einen großen Erfolg verbuchen können, im März wird er als Nerone („Agrippina“) in einer weiteren Händel-Oper in Gießen auf der Bühne zu erleben sein, und im Sommer steht in Aix-en-Provence eine Cavalli-Ausgrabung auf dem Programm. Viel Oper also für Valer Barna-Sabadus, den rumänischen Countertenor, der im vergangenen Jahr mit seinem Hasse-Programm für allgemeines Aufhorchen sorgte und auch gleich den Preis der deutschen Schallplattenkritik dafür verbuchen durfte.
Als Kontrast zu all den virtuosen Bühnenwerken bringt er jetzt ein Album mit englischen Lautenliedern heraus, Dowland natürlich, auch Purcell, und als Ersteinspielung ein halbes Dutzend Lieder des aus Neapel stammenden Wahl-Londoners Nicola Matteis. Der liegt mit seiner stärker verzierten, vokal ‚saftigeren‘ Kompositionsweise Valer-Sabadus eindeutig am besten. Die gerade für Dowland so typische Melancholie will sich nämlich bei ihm nicht so recht einstellen, dafür entfaltet die Stimme – je höher, desto stärker – einfach zu viel Leuchtkraft, klingt zu jung und vital. „Man muss kein Prophet sein, um dem jungen Mann eine große Karriere vorherzusagen“ habe ich vor einem Jahr in „Vokal total“ geschrieben, wie man hört, bemühen sich momentan beide noch verbliebenen Majors um den jungen Sänger. [Anm. der Red.: Das Rennen hat inzwischen Sony Classical für sich entschieden.] Wir werden also auch in Zukunft ausreichend Gelegenheit haben, diese herrliche Stimme auf CD zu genießen.

Michael Blümke, 02.03.2013



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