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Wolfgang Amadeus Mozart

Die Klavierkonzerte

Rudolf Buchbinder, Wiener Symphoniker

Calig/Koch 51021
(11/1997 - 6/1998) 9 CDs

Diesen Mozart-Zyklus, unretuschiert auf CD gepresst, interpretierte Rudolf Buchbinder 1997/98 mit den Wiener Sinfonikern als Solist und Dirigent. Buchbinders Tugenden sind bekannt: Unbestechlich exakt bietet er sachliche, schnörkellose Interpretationen. In Schwung geraten, prägt er Läufe wie eine rasende Metallstanze. Nimmt er sich der motorisch-spielfreudigen Stücke an, in denen es Konturen auszumeißeln gilt, gelingen Buchbinder kraftvolle Entwürfe: Der flotte erste Satz des früheren B-Dur-Konzerts KV 450 besticht ebenso wie das kämpferische, vernachlässigte in D-Dur KV 451 und das große C-Dur-Konzert (KV 503), dessen Großform er meisterlich entwickelt.
Doch sind Mozarts Klavierkonzerte eben auch zart aussingende Gebilde, für deren Poesie in Buchbinders Analytikerprosa kein Raum zu sein scheint. Sein Ton ist immer recht kalt und unvariabel gewesen, aber die Kälte, mit der er sich durch viele langsame Sätze arbeitet, ist eine innere: Ungerührt, mit allzu raschen Tempi, veruntreut er ihre melodischen Schönheiten; technokratische Beiläufigkeit lässt eines der ergreifendsten Andantes (aus dem G-Dur-Konzert KV 453) nach Tiefkühlkost klingen.
Buchbinder will nicht wahrhaben, dass viele Themen durchaus opernhaft gedacht sind. Nicht das kleinste Phrasierungs-Atmen gibt es noch, das an gesangliche Linien erinnern würde. Buchbinders Distanznahme ist konsequent, sie ist uneitel und pianistisch untadelig, das muß man ihm lassen. Doch die humane Anmut und Tiefe Mozarts bilden diese Architekturzeichnungen nicht ab.

Matthias Kornemann, 30.06.1998



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