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Joseph Haydn

Klavierkonzerte Nr. 3, 4 & 11

Marc-André Hamelin, Les Violons du Roy, Bernard Labadie

Hyperion/New Arts International CDA67925
(62 Min., 10/2012)

Vom manuellen Anspruch her sind die Klavierwerke von Joseph Haydn selbstverständlich unter dem Niveau des kanadischen Supertechnikers Marc-André Hamelin. Aber wie schon bei seinen Einspielungen von ausgewählten Haydn-Sonaten weiß er eben nun auch bei den Klavierkonzerten, wo die größten Herausforderungen liegen. Der Spielwitz muss frech, aber nicht überdreht schrill rüberkommen. Beim Passagenwerk darf durchaus etwas Kinderspielzeughaftes aufblitzen. Und in den langsamen Sätzen sollte man sich einfach nur von den erhabenen, mal seufzenden, mal liebkosenden Opernarien ohne Worte an die Hand nehmen lassen.
Drei Klavierkonzerte von Haydn hat Hamelin gemeinsam mit dem kanadischen Alte Musik-Ensemble Les Violins Du Roy aufgenommen. Und bei allen hat er mitten ins Schwarze getroffen! Seine Bewegungslust ist ansteckend und damit das reine Vergnügen. Und die eingestreuten Knalleffekte funktionieren perfekt! Dem „Rondo all´ungarese“ des populären D-Dur-Klavierkonzerts geben die Streicher mächtig Sporen und lassen dafür ihre Bögen mit kernigem Groove auf die Saiten niederprasseln. Gegen Ende des Finales im 4. Klavierkonzert G-Dur hämmert Hamelin dann drei Akkorde mit einer Wucht in die Tasten, als stände bereits der junge Beethoven vor den Toren Wiens. Andererseits versteht man es, in den Mittelsätzen nicht nur beeindruckend innezuhalten. Selten dürften ein moderner Flügel und historische Orchesterinstrumente sich so seelenverwandt gegeben haben.

Guido Fischer, 29.06.2013



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