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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



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Lorenzo Allegri, Giovanni Trabaci, Biagio Marini u.a.

Sinfonie di viole

Sirius Viols

dhm/Sony 88765413072
(9/2012) 76 CDs

Seit Jahren und Jahrzehnten befindet sich die Viola da Gamba auf einem unerwarteten Triumphzug durch die Konzerthäuser und Aufnahmestudios. Und wenn dabei nicht gerade die federführenden Gamben-Nationen England und Frankreich den Ton angaben, lernte man zwischendurch auch Deutschland mit ihren Dietrich Steffkins´ und Johannes Schencks etwas näher kennen. Doch erstaunlicherweise ist zumindest unter den namhaften Gambisten Italien irgendwie übersehen worden. Dabei war dort diese besonders empfindsame Kniegeige als Solo- und Consort-Instrument gerade im 17. Jahrhundert äußerst beliebt und weitverbreitet. Nun hat Hille Perl schon oft ihr Forscher-Gen unter Beweis gestellt. Und weil sie es an die ebenfalls musikalischen Töchter vererbt hat, durfte jetzt Marthe Perl die Entdeckungsreise durchs italienische Repertoire organisieren. Unter dem Ensemblenamen „Sirius Viols“ hat das Familienunternehmen samt Freunden an den Streich- und Zupfinstrumenten Tänze, Sonaten und Diminutionen eingesammelt, die das kammermusikalische Spektrum der italienischen Barockmusikblütezeit widerspiegeln. Und wenngleich die Werke von Komponisten wie Giovanni Maria Trabaci und Marco Antonio Ferro stammen, die heute nur noch Alte Musik-Insidern ein Begriff sind, werden sie von Sirius Viols nach allen Regeln der höchsten Gamben- und Lauten-Kunst veredelt.
Da kommt ein „Passacalio“ so gedankenvoll daher, dass sich sein Urheber Biagio Marini nicht vor Marin Marais zu verstecken braucht. Und mit einem festlich schwungvollen wie zugleich hochexpressiven Stück von Lorenzo Allegri wird gar das Tor zu der CD „Sinfonie di viole“ aufgestoßen. Der Großteil des Programms mag wohl nicht exklusiv für Gamben geschrieben worden sein, sondern geht u.a. auf historische Adaptionen von Stücken für Tasteninstrumente zurück. Die Perls & Co. spielen die Stücke aber mit so viel Geist und Seele, dass es sich dabei glatt um Originale handeln könnte.

Guido Fischer, 24.08.2013



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