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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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25

BuJazzO

Double Moon/New Arts International DMCHR71124
(99 Min., 3/2013) 2 CDs

Mit spätestens 25 Jahren ist für die Mitglieder von Deutschlands Elite-Nachwuchs-Jazzorchester Schluss: Dann müssen sie den Platz räumen für jüngere Talente, die wie vor ihnen Till Brönner, Nils Wogram oder Michael Wollny einen Crashkurs in Sachen Ensemblespiel, Professionalität und Vernetzung verpasst bekommen. Glücklicherweise bedeutet der 25. Geburtstag im Falle des Bundesjazzorchesters BuJazzO nicht das Ende der erfolgreichen Ausbildungsinstitution, sondern markiert einen Neuanfang, der nach dem Tod des langjährigen Masterminds Peter Herbolzheimer nötig war.
Zwei Leiter teilen sich inzwischen die musikalischen Chef-Aufgaben im BuJazzO; und diese beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten verantworten jetzt auch je einen Silberling auf der Doppel-CD zur Vierteljahrhundert-Feier.
Unter dem amerikanischen Urgestein Jiggs Whigham widmen sich die insgesamt 34 jungen Musiker und Musikerinnen voller Verve der Big-Band-Tradition, die gar nicht so verstaubt sein muss, wie man denken mag. Vom schrägen Funk in Jörg A. Kellers Gershwin-Bearbeitung „What You Want Wid Bess?” über den zarten Impressionismus von Bob Brookmeyers „Skylark“-Bearbeitung bis hin zum fingerflinken „Four Brothers“-Wahnsinn im Rausschmeißer „Sax No End“ reicht hier die Ausdrucks-Palette.
Auf der zweiten, von Niels Klein betreuten CD zeigt das BuJazzO ganz andere Orchesternuancen. Die Stücke, darunter vier Gewinnertitel des BuJazzO-Kompositionswettbewerbes, zeigen den State of the Art der Gegenwart: Da gibt es raffinierte Klischeemontagen wie in Johannes Lauers „Young and Unfashioned“, gewitzt Postrockiges von Matthias Schriefl („Ameisen in Stockholm“) oder eine von der BuJazzO-Gesangsabteilung initiierte Klangfarbenexplosion (Hans-Christian Stephans „Daily Race“).
Laut Projektleitung beim Deutschen Musikrat sollen die Mitglieder des Ensembles dazu in der Lage sein, „die Musik von heute, gestern und übermorgen“ zu beherrschen. Das Jubiläums-Doppelalbum legt in dieser Hinsicht ein bemerkenswertes Zeugnis der Frühreife ab.

Josef Engels, 14.09.2013



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