Responsive image
Domenico Gabrielli, Giuseppe Maria Jacchini, Giuseppe Torelli u.a.

Partite e sonate

Bassorum Vox

Coviello/Note 1 Cov 21309
(64 Min., 5 & 6/2012)

Der Rezensent legte diese CD mit Violoncello-Musik aus Modena und Bologna in den CD-Spieler und begann gleichzeitig, das ausführliche und informative Beiheft zu studieren. Instrumentenbauliche Detailfragen sind, soviel sei zugegeben, nicht unbedingt ein Spezialgebiet des Autors, doch der Wille zum Aufnehmen weiterführender Informationen war durchaus da. Aber dann nahmen ihn die wundervolle Musik dieser CD und die höchst organische, spannungsreiche Darbietung derselben augenblicklich so gefangen, dass die Buchstaben im Beiheft keinen rechten Sinn mehr ergeben wollten. Was für ein großartiges Erlebnis: Man beschließt kurzerhand, den ausgesprochen fachkundigen Interpreten in puncto Stichhaltigkeit ihrer besetzungstechnischen bzw. interpretatorischen Fragen einfach zu vertrauen und überlässt sich den beträchtlichen Reizen des Hörerlebnisses.
Letztere werden vermittelt durch das ungeheuer inspirierte Cello- und Violonespiel von Seung-Yeon Lee. Er wird bei seinen Interpretationen von Sonaten nebst einer Partita und einer Suite trefflich und kreativ begleitet von einer wechselnden Continuogruppe aus Gambe, Theorbe, Erzlaute, barocker Gitarre, Cembalo oder Orgel, ist aber gelegentlich – auf dem barocken Violone – auch ganz allein zu hören. Welche Kombination in den Werken von Domenico Gabrielli, Giuseppe Maria Jacchini, Giuseppe Torelli und anderen auch gerade zum Einsatz kommt: Eine Freude ist es immer. Und angesichts so mitreißender Hörerfahrungen glauben wir den Interpreten gern, dass sie die Fragestellungen rund um den Einsatz des Cellos im 17. Jahrhundert mit großer Gewissenhaftigkeit geprüft haben.

Michael Wersin, 05.10.2013



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Mozart war neun Jahre alt, da komponierte Georg Christoph Wagenseil seine Sammlung von sechs Konzerten für Orgel oder Cembalo, zwei Violinen und Basso continuo. Mit einem Bein stand er im Barock (als Lieblingsschüler von Johann Joseph Fux) und dem anderen in der Wiener Klassik (als Lehrer von Königin Marie Antoinette und Johann Baptist Schenk, der wiederum Ludwig van Beethoven unterrichtete). Heute kennt ihn so gut wie niemand mehr, dabei prägten seine Werke die klassische Tonsprache ganz […] mehr »


Top