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The Trip

Spaniol 4

Klang Raum/Pool Music KRR066
(64 Min., 4/2013)

Einer der Titel auf der Disc der Spaniol 4 heißt „unexpected“ – und das trifft des Quartettes Kern. Denn die vier haben für ihren Brückenschlag zwischen Klangmeditationen, verträumter Trance und rock- und loungebasierter Neugier ein eigenes, von anderen noch nie gehörtes Klangbild entwickelt. Die Atmosphäre erinnert entfernt an die Prä-Rockjazz-Platten „Infinite Search“ von Miroslav Vitous und „Uptown Conversation“ von Ron Carter aus dem Jahr 1969, wenngleich auch die Erfahrungen der Loop- und Post-HipHop-Generation mitschwingen.
Ulf Kleiner spielt das Fender Rhodes mit einer solchen Freude an Klangfärbungen und knappen Akzenten, wie dies nur wenige beherrschen: blasiert, fauchend, singend, durch Zusatzelektronik blubbernd, cool und andererseits herzlich und nah. Gleichgültig, ob Frank Spaniol Bassklarinette oder Tenorsaxofon bläst: Seine luftdurchfluteten Melodien sind stets ein perfekter Gegenpol zu den elektronischen Sounds. Dass Markus Bodenseh ausschließlich Kontrabass spielt, verleiht den achtzehn Titeln ein agiles, schattierungsreiches Fundament, dessen sanfter und doch konsequenter Puls sich an den nervösen, von der aktuellen Popmusik, Rock und Jazz beeinflussten Beats des Schlagzeugers Sebastian Merk reibt, zudem spannende Kontraste zu Spaniol und Kleiner schafft, sich mit diesen aber auch in zarten Unisonopassagen trifft. Unaufgeregt und melodienreich verschlingen sich Bass, Fender und Saxofon beziehungsweise Bassklarinette und Schlagzeug ineinander. Das hätte man nach den Klangtupfern der Eröffnungsnummer „BoNoBo“ kaum erwartet. Nebenbei hören? Geht. Zuhören? Lohnt sich.

Werner Stiefele, 14.12.2013



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