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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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The Brecker Brothers Band Reunion

Randy Brecker

Moosicus/Indigo 983502
(73 Min., 9/2011) CD + DVD

Die Wiedervereinigung der legendären Jazzrock-Formation Brecker Brothers ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Unding, weil einer der Brüder, der große Tenorsaxofonist Michael, nicht mehr unter uns weilt. Kein Wunder, dass der Trompeter Randy Brecker erst mal mit Unbehagen auf die Produzenten-Idee reagierte, seine ursprünglich als Solo-Album konzipierte Aufnahme in eine Reunion-Veranstaltung umzuwidmen.
Aber es ist aus verschiedenen Gründen schon okay: Zum einen rekrutiert sich die illustre Mitmusikerschar – von Mike Stern über Will Lee, Dave Weckl und George Whitty bis hin zu Dave Sanborn – aus lauter ehemaligen Mitgliedern der Brecker Brothers Band. Zum anderen bleibt die Besetzung der so schmerzlich vakanten Tenorsax-Stimme in der Familie: Randys Ehefrau Ada Rovatti übernimmt diese eigentlich ziemlich undankbare Aufgabe recht passabel. Bei den rasenden Themen-Unisoni (etwa im an „Some Skunk Funk“ angelehnten Bebop-Irrsinn „First Tune Of The Set“) ist zumindest bei der Studioaufnahme kein Unterschied zu vernehmen, bei den Soli (etwa im gefälligen Latin-Schunkler „Stellina“) läuft sie mit ihren geschmeidigen Linien niemals Gefahr, als Michael-Brecker-Kopie zu enden.
Rovatti hat auch ein eigenes Stück in dem an männlichen Muskelspiel-Gelegenheiten reichen Repertoire beigesteuert. Ihr von Oli Rockenberger gesungenes „Merry Go Town“ erinnert stark an alte Seventies-Poprock-Stücke im Geiste von Steely Dan oder den Eagles. Und passt somit musikhistorisch perfekt zu der Geschichte der Gebrüder Brecker, die an zahllosen Pop-Produktionen beteiligt waren. Befremdlich an dieser Aufnahme, die im Doppelpack mit einer Konzert-DVD daherkommt, ist allein das gelegentliche Gerappe von Randy Brecker. Mit seiner bewegenden „Elegy For Mike“ und einer Reihe von funky Stücken im Gedenken an Horace Silver macht der alleingelassene Bruder, der nach wie vor zu den technisch makellosesten Trompetern der Szene gehört, jedoch alles wieder wett.

Josef Engels, 04.01.2014



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