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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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Miles At The Fillmore

Miles Davis

Columbia/Sony 88765433812
(250 Min., 06/1970) 4 CDs

Manchmal erhellen Gesamtausgaben den Blick. Bei der vier CDs umfassenden Dokumentation der vier Auftritte der siebenköpfigen Band des Trompeters Miles Davis vom 17. bis 20. Juni 1970 im New Yorker Rockclub Fillmore ist dies der Fall. Sie enthält – anders als das 1970 veröffentlichte Doppelalbum – die jeweils kompletten Aufnahmen der einzelnen Abende und nicht nur die stark gekürzten Versionen. Da Achtspurbänder vorlagen, wurde die Neuausgabe auch frisch abgemischt: Nun sind der Saxofonist Steve Grossman und der Elektrobassist Dave Holland deutlicher zu hören, und zudem wirken die Keyboards von Keith Jarrett und Chick Corea sowie Schlagzeug und Percussion von Jack deJohnette und Airto Moreira schärfer konturiert. Scharf und spitz dominiert Davis‘ Elektrotrompete das Geschehen, wobei er sich häufiger als es in der Kurzfassung von 1970 auf lyrische, sanft pulsierende Passagen einließ. Darüber hinaus enthalten die vollständigen Mitschnitte auch Passagen mit fast traditionellem Wohlklang, die einst dem Bild des wilden Trompeters widersprachen, der Free Jazz, Rock und Elektronik-Experimente zu einem brodelnden Hexensud aufkochte.
Das Album „Bitches Brew“ war bereits eingespielt, aber noch nicht veröffentlicht. Dennoch stand das Titelstück in allen vier Konzerten auf dem Programm, ebenso „Directions“, „The Mask“, „It’s About That Time“. Zweimal kommen „I Fall In Love So Easily“ und „Sanctuary“ hinzu, einmal „Spanish Key“ und einmal „Willie Nelson“. Ganz traditionell beschließt das kürzelhafte „The Theme“ jeden Abend. Es waren wilde Zeiten, sollte die Fassung von 1970 suggerieren, zumal Miles Davis Wert darauf legte, mit den aktuellen Popbands zusammen in einem Konzert aufzutreten. Bill Graham, Impresario des Fillmore East in New York und des Fillmore West in San Francisco waren hierfür geeignete Orte. Da an einem Abend drei Bands präsentiert wurden, durfte ein Auftritt nur etwas weniger als eine Stunde dauern. Miles Davis hielt sich daran: Knapp 47 Minuten spielte die Band am Mittwoch, 58 am Donnerstag, 44 am Freitag und erstaunliche 66 am Samstag. Unnötigerweise füllt die Edition die Spielzeiten von zwei Scheiben mit klanglich miserablen Aufnahmen vom 11. April 1970 aus dem Fillmore West auf.

Werner Stiefele, 04.04.2014



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