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N° 1238
29.01. - 04.02.2022

nächste Aktualisierung
am 05.02.2022



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Roger Hanschel

Music For Saxophone and String Quartet In 7 Movements

Roger Hanschel, Auryn Quartet

Tacet/Musikvertrieb Johannes Gebhardt TACET 211
(66 Min., 9/2013)

Von Haus aus ist Roger Hanschel Jazzmusiker, gereift in der Kölner Szene und unter anderem als Mitglied der Kölner „Saxofon Mafia“ bekannt geworden. Sein Horizont reicht jedoch weit über den herkömmlichen Jazz hinaus; unter anderem umfasst er das Feld der kunstvollen Text-Musik-Verschmelzungen, und letztendlich auch der „klassischen“ Kammermusik. In seiner siebenteiligen „Music For Saxophone and String Quartet“ verwirklicht sich letztendlich, was Gunther Schuller in den 1950ern prophezeite – und nie erlebte: dass eine Musik entstehen wird, die weder dem Jazz noch der zeitgenössischen oder traditionellen E-Musik zugeschlagen werden kann. Und dass es Musiker gibt, die swingen können – aber nicht müssen.
Den sieben Stücken, die Hanschel für sich und das Auryn Quartet schrieb, ist anzumerken, dass er – wohl aus seiner „Mafia“-Zeit – gewohnt ist, mehrstimmige Arrangements zu schreiben, bei denen jedem Instrument eine eigene Bedeutung und Linienführung zukommt. Sein eigenes Altsaxofon ist dabei ohne Sonderrechte in die Besetzung integriert. Er teilt nicht in Begleitung und Solo, sondern schafft mehrschichtige, komplexe Klänge – manchmal auch mit einem leisen Augenzwinkern, wenn er sich in „Regeneration & Blend“ auf Franz Schuberts „Forellenquintett“ bezieht, Minimalistisches hinzufügt und sich später mit dem Altsaxofon in Pizzicato-Streicher-Wellen suhlt. Mit „Fundamental Vibration Of The Inner Nowhere“ begibt er sich in weltentrückte Sphären, und „Was weite Herzen füllt“ und „Söhne“ sind von indischer Musik beeinflusst. In „Change Follows Vision“ erinnert sein Saxofonsolo an die warmen, herzlichen Balladen, mit denen einst Charlie Mariano die Herzen erwärmte. Im vierzehnminütigen „Konstanten“ vereinen sich Intonationsweisen der Neuen Musik mit Minimalistischem und handfesten Melodien, und das „Slow Pulsation“ schließt die mehr als einstündige Großkomposition mit sanften Wellenbewegungen ab. Dass der erstklassige Tonmeister Andreas Spreer all dies in einem perfekt ausbalancierten Sound festhielt, erhöht den Genuss dieser ungewöhnlichen Musik.

Werner Stiefele, 19.07.2014



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