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Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzerte Nr. 3, 4 & 5

Arabella Steinbacher, Festival Strings Lucerne, Daniel Dodds

Pentatone/Naxos PTC5186479
(78 Min., 9/2013) SACD

Arabella Steinbacher hat sich Zeit mit Mozart gelassen: Obwohl die 1775 in Salzburg entstandenen Violinkonzerte des jugendlichen Genies ein dankbares Objekt für jede junge Geigenhoffnung sind, machte die 1981 geborene Geigerin zunächst mit Einspielungen von Repertoire des frühen 20. Jahrhunderts nachhaltig auf sich aufmerksam. Geschadet hat es nichts – und vielleicht ist es auch die Freiheit vom Druck, sich mit Mozart beweisen zu müssen, die dieser Einspielung zu ihrer unaufgeregten Anmut verhilft. Glücklich ist aber auch die Zusammenstellung der Partner: Die Festival Strings Lucerne bieten mit ihrem homogenen wie differenzierten Streicherklang nicht nur der Solistin, sondern auch den von Mozart bereits recht eigenständig geführten Bläsern die Möglichkeit, vom harmonischen Verschmelzen bis hin zum solistischen Hervortreten alle Facetten des Dialogs stufenlos und ohne jede spürbare Anstrengung zu nutzen.
Herzstück der Aufnahme sind die langsamen Mittelsätze: Steinbacher und den Festival Strings Lucerne gelingt hier nicht nur eine vollkommene Balance zwischen Gesang und nuancenreicher Artikulation, sondern auch eine ebenso atmosphärische wie tiefenscharfe Darstellung des Orchestersatzes. Die schnellen Ecksätze sind ebenfalls mit großer Leichtigkeit und Delikatesse gespielt. Dass Steinbacher dabei dem tänzerischen Moment den Vorzug vor dem dramatischen oder gar opernhaften Ton gibt, ist sicher nicht der einzig denkbare Interpretationsansatz, doch gerade die Konsequenz, mit der sie diesen Weg geht und ihre Fähigkeit, durch klug gesetzte Artikulations- und Farbnuancen dennoch die Spannung zu erhalten, machen diese Einspielung zu einer wichtigen, durchweg erfreulichen Stimme im großen Konzert der Mozartaufnahmen.

Carsten Niemann, 16.08.2014



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