Responsive image
Guido Morini

Solve et Coagula

Marco Beasley, Guido Morini, Accordone

Alpha/Note 1 ALP537
(68 Min., 3/2014)

Der Tenor Marco Beasley hat mit dem Ensembleleiter und Cembalisten Guido Morini dem italienischen Barockerbe bereits zahlreiche, betörend schöne Projekte gewidmet. Und dabei entdeckte man nicht nur längst vergessene Komponisten wie etwa Alessandro Grandi oder Ignazio Donati. Selbst Morini steuerte sporadisch Vokalwerke bei, die er ganz im Stile der alten Zeit komponiert hat. Mit „Solve et Coagula“ ist aber jetzt auf ein Libretto seines Musikerfreundes Beasley gleich eine ganze Oper entstanden, bei der ein italienischer Prinz im Mittelpunkt steht. Raimondo di Sangro (1710-1771) machte sich in Neapel einen bedeutenden Namen als ein äußerst umtriebiger Gelehrter, aber auch als Freimaurer, Erfinder und Alchemist.
Auf dessen Spuren wandeln Beasley und Morini also nun. Und für „Solve et Coagula“ hat Morini erneut treffsicher die Musikmoden des 18. Jahrhunderts von großer Fugenkunst bis zu dramatischer Arie recycelt, wie sie in Süditalien nicht nur in den Kirchen und Palästen, sondern auf der Straße zu erleben waren. Dementsprechend geht es auch bei der „Tarantella Tapanella“ wild und con fuoco zu. Und während das von Morini gegründete Alte Musik-Ensemble Accordone wie gewohnt brillant auf authentischen Groove setzt, stürzt sich Beasley im neapolitanischen Dialekt ins Geschehen. Überhaupt ist dieser charismatische Sänger einmal mehr in Hochform. Besonders gilt dies in Lamenti, in denen seine Stimme einem einzigen Nougatschmelz gleichkommt. Allein schon deswegen hat sich diese musikalische Rekonstruktion gelohnt.

Guido Fischer, 25.10.2014



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Es gibt zwei Arten von Variationswerken. Die einen machen ganz banal ihrem Namen alle Ehre und variieren etwas, in der Regel eine Melodie. Die anderen gehen darüber hinaus. In die erste Kategorie fallen unter anderem auch Werke prominenter Jubiläumskomponisten, die man getrost in der Schublade lassen kann. In die zweite Kategorie fällt eher wenig. Als Igor Levit sich 2015 den großen pianistischen Variationswerken widmete, durften zwei natürlich nicht fehlen. Klar, Beethovens […] mehr »


Top