home

N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



Es war eine äußerst prestigeträchtige Angelegenheit, das erste Scala-Gastspiel 1964 in Moskau (zwei weitere sollten 1974 und 1989 folgen): Man wollte sich nicht lumpen lassen, zeigen, was – und wen! – man hatte. Herbert von Karajan höchstselbst dirigierte drei der vier dargebotenen Opern. Und als Dreingabe das Verdi-Requiem. Eben dieses bringt Relief als sehr gut klingenden Mitschnitt in memoriam Carlo Bergonzi heraus, der im vergangenen Sommer kurz nach seinem 90. Geburtstag verstarb. Doch auch die übrigen Namen können sich hören lassen. Vier erstklassige Solisten hatte man aufgeboten – die allerdings kein Solistenquartett formten.
Leontyne Price und Fiorenza Cossotto harmonieren überhaupt nicht miteinander, singen aber jede für sich absolut prächtig. Carlo Bergonzi demonstriert nicht nur mit dem "Ingemisco", dass er DER Verdi-Tenor überhaupt war. Und auch Nicola Zaccaria steht seinen Kollegen nicht nach. Dem Scala-Chor hört man zwar deutlich an, dass er ein Opern- und kein Konzertchor ist, er klingt jedoch in jedem Moment effektvoll. Rein vokal ist diese CD also ein Gourmetteller, interpretatorisch gleicht sie stellenweise eher einer Schlachtplatte. Besonders deutlich wird das beim "Lacrymosa", dem es schlicht an sängerischer Demut fehlt, das zum Showstück aufgedonnert wird. Zwar heißt es ja, die "Messa da Requiem" sei Verdis beste Oper, doch selten traf das mehr zu als bei diesem Moskauer Konzert im Oktober 1964.

Michael Blümke, 21.02.2015



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Sanfter Umbruch: Die Jahre als Kapellmeister beim Fürsten Ésterhazy weiß Joseph Haydn als Experimentierfeld zu nutzen. Das zeigen nicht nur seine fast planvollen Erprobungen im Bereich der Sinfonie, deren weltweit geschätzter Könner er werden wird, sondern auch die solistischen Einsätze und in diesen Jahren entstandenen Solokonzerte. Wie auch Mozart kannte Haydn die Solisten, für die er schrieb alle persönlich, es waren meist seine Kollegen in der Hofkapelle. Die beiden überlieferten […] mehr


Abo

Top