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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Wolfgang Amadeus Mozart, Charles Gounod, Francis Poulenc, Olivier Messiaen u.a.

Festival Aix-en-Provence - Les premières années (Così fan tutte, Mireille, Liederabend Boris Christoff, Turangalîla-Sinfonie u.a.)

Diverse Solisten, Choeurs du Conservatoire de Paris, Orchestre de la Societé des Concerts du Conservatoire, Orchestre National de la RTF, Hans Rosbaud, André Cluytens, Charles Munch, Roger Désormières

INA/harmonia mundi IMV 078
(406 Min., 1950 - 1955) 6 CDs

Ursprünglich zum 60-jährigen Bestehen des Festivals von Aix-en-Provence im Jahr 2008 veröffentlicht, kommt diese 6-CD-Box in Deutschland kurioserweise erst jetzt in den Handel. Nimmt man sie allerdings als Hommage an Nicolai Gedda, erscheint sie gerade rechtzeitig zu dessen 90. Geburtstag – der Tenor ist in beiden hier dokumentierten Opernabenden in bestechender vokaler Form zu erleben.
Die inspirierte (und dabei musikalisch erstaunlich präzise) "Così fan tutte"-Vorstellung vereinte am 26. Juli 1955 ein ausgezeichnetes Ensemble auf der Bühne des Théâtre de l'Archevêché: Neben Gedda sind Teresa Stich-Randall, Nan Merriman, Rita Streich, Rolando Panerai und der in Aix auch als Regisseur tätige Marcello Cortis zu hören.
Bereits im Jahr zuvor wirkte Nicolai Gedda bei der Popularisierung einer Gounod-Oper mit, war dessen "Mireille" doch 90 Jahre nach der Uraufführung selbst in Frankreich noch so gut wie unbekannt. (Im Zusammenhang mit der Festivalproduktion entstand damals im Studio auch die identisch besetzte Ersteinspielung des Werkes für EMI.) Zu Janette Vivaldas mädchenhafter, durchweg überzeugender Titelheldin – in bester französischer Manier mit einem Schuss Essig in den oberen Regionen – steuert der Jubilar einen enorm charmanten Vincent bei.
Auf den übrigen zwei CDs finden sich zum einen die europäischen Erstaufführungen von Messiaens "Turangalîla"-Sinfonie und Poulencs Klavierkonzert (mit dem Komponisten als Solist) aus dem Jahr 1950, als die Mitschnitte noch per Telefonleitung nach Paris übertragen wurden, wodurch man beim Klangbild gewisse Einschränkungen hinnehmen muss. Zum anderen ein von Arie antiche über Erlkönig bis Mussorgski sehr bunt zusammengestellter Liederabend von Boris Christoff, bei dem sich der Bass ganz ohne Poltern und Dröhnen als sensibler und differenzierter Gestalter präsentiert. Man wünscht sich, er hätte immer so gesungen.

Michael Blümke, 30.05.2015



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