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Henri Herz

Klavierkonzert Nr. 2, Grande fantaisie militaire sur La fille du régiment, Fantaisie et variations sur la marche d'Otello de Rossini, Grande polonaise brillante

Howard Shelley, Tasmanian Symphony Orchestra

hyperion/Note 1 CDA 68100
(65 Min., 5/2014)

Die ersten beiden CDs folgten ziemlich rasch aufeinander, auf diese dritte musste man jetzt fast zehn Jahre warten, jetzt steht nur noch eine aus, um die Gesamteinspielung der Klavierkonzerte von Henri Herz irgendwann abzuschließen. Der gebürtige Wiener, der schon in sehr jungen Jahren in Paris Karriere machte, von Heinrich zu Henri wurde, war in der französischen Hauptstadt nicht nur mit seinen musikalischen Aktivitäten, sondern auch als Klavierfabrikant höchst erfolgreich. 1846 begab er sich als erster namhafter Virtuose überhaupt auf eine USA-Tournee – und blieb schließlich fünf Jahre dort, um als gemachter Mann in die (Wahl-)Heimat zurückzukehren. Bei seinem Debüt in New York stellte er sich mit seinem zweiten Klavierkonzert vor, das zu jenem Zeitpunkt zwar schon rund fünfzehn Jahre alt war, beim amerikanischen Publikum aber richtig einschlug und ihm damit einen fulminanten Start ermöglichte.
Wie schon unter anderem beim vollständigen Moscheles und Kalkbrenner zuvor, ist auch bei Herz einmal mehr Howard Shelley mit seinem bewährten Tasmanian Symphony Orchestra Ausgräber und Sachwalter und erweist sich erneut als idealer Interpret dieser Musik. Der englische Pianist und Dirigent ist gerade bei den Komponisten des 19. Jahrhunderts zu Hause, ihre Werke – wie auf dieser Aufnahme Herz' zweites Klavierkonzert – fließen ihm mit elegant funkelnder Selbstverständlichkeit aus den Fingern, die Mischung aus Virtuosität und Empfindsamkeit bringt er immer in die rechte Balance, überzeugt in rasanten Läufen ebenso wie in kantablen Passagen. Zur Vollständigkeit fehlt jetzt nur noch das sechste Konzert, dann muss sich Shelley nach neuen Entdeckungen umschauen.

Michael Blümke, 29.08.2015



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