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César Franck, Gabriel Fauré

Violinsonaten

Lola Bobescu, Jacques Genty

Testament/Note 1 SBT 1360
(52 Min., 12/1950) 1 CD

Ein Duo, das es verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden: Die rumänische Geigerin Lola Bobescu (1919-2003) und der halb elsässische, halb rumänische Pianist Jacques Genty (geb. 1921) blieben von 1945 bis zu Bobescus Abschied vom Konzertleben musikalisch ein Paar; 1948 bis 1962 waren sie außerdem verheiratet. Ihr gemeinsames Wirken ist auf nur wenigen Tonträgern festgehalten. Die vorliegende Aufnahme von 1950 vermittelt ein lebendiges Bild vom hohen Niveau des Zusammenspiels dieses Duos sowie vom individuellen Können beider Künstler. Bobescu verfügt über jenen süffig-süßen, durch inneres Vibrieren in jedem Moment von sehnsuchtsvollem Drängen bestimmten Geigenton, der heute weitgehend ausgestorben scheint; er passt hervorragend zum hier eingespielten Repertoire und spiegelt eine interpretatorische Tradition wieder, in der auch u. a. Jacques Thibauds (EMI) oder Alfred Dubois’ (Biddulph) Einspielungen der Franck-Sonate stehen. Eleganz und Geschmeidigkeit der Linienführung, ausdrucksvolle Portamenti eingeschlossen, prägt außerdem das Spiel der rumänischen Virtuosin. Jacques Genty ist ihr dabei ein gleichberechtigter Partner: Er bewältigt den teils höllisch schweren Klaviersatz, der weitgriffig und reich an rauschenden, weit ausgespannten Akkordbrechungen die großen melodischen Gesten der Violinstimme vorantreibt, bravourös und kann mit voller Konzentration auf seine Partnerin eingehen: Die beiden Interpreten stehen in einem intensiven musikalischen Dialog, der durch stetiges gegenseitiges Befeuern und perfekte Kongruenz des gemeinsamen Wollens gekennzeichnet ist. Dadurch erhält vor allem das Zusammenspiel von Bobescu und Genty eine eigene Qualität, die noch weit über ihre jeweilige Einzelleistung hinausweist.

Michael Wersin, 19.02.2005



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