Responsive image

Groove: Blue

Steve Smith

Qrious/Edel 1062135QRM
(49 Min., 8/2011)

Zurück in die 1950er? Nicht ganz, auch wenn das Hammond-Trio um den Schlagzeuger Steve Smith in vielem an die großen Aufnahmen aus jenen Jahren erinnert. Zum einen atmen sie dieselbe lockere Session-Atmosphäre, in der sich Soli nahtlos aneinander reihen und die anderen Bandmitglieder beim Solistenwechsel jeweils bruchlos aus der einstigen Führung in die Begleitfunktion umschwenken. Zum anderen, weil die weich zwischen Melodien und Akkorden schwingende Gitarre von Vinny Valentino so herrlich altmodisch und – für heutige Verhältnisse trotz der Verstärkung – wie ein Relikt aus den Zeiten des akustischen Jazz klingt: ein Phänomen, das auch für die ebenfalls mit elektrischem Strom betriebene Hammondorgel gilt. Mit „On Green Dolphin Street“, „Cherokee“, „It’s Only A Paper Moon“ und „That’s All“ umfasst das Repertoire des Trios vier Standards aus jenen 1950ern sowie fünf Stücke aus der Band, deren Themen ebenso leicht und selbstverständlich ins Ohr gehen. Die drei hatten vor der Aufnahme Breaks und Grundlinien eines Arrangements verabredet – mehr war bei vielen legendären Einspielungen des Labels Blue Note in den 1950ern auch nicht festgelegt. So erinnern die Atmosphäre und die präzise, ungekünstelte Klangphilosophie an die damaligen Orgeltrios. Entsprechend vergnügt fliegen Gedanken hin und her. Bei diesen Aufnahmen passt alles, von den federnden Beats des Schlagzeugers Steve Smith über die grummelnden und fauchenden Orgelsounds von Tony Monaco bis zum Gitarrenspiel von Vinny Valentino. Eine Wohlfühlplatte.

Werner Stiefele, 26.09.2015



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top