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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Obwohl er auf allen Gebieten sehr produktiv war, nimmt man Antonín Dvořák bei uns nach wie vor hauptsächlich als Komponist von Sinfonien und – in geringerem Umfang – Kammermusik wahr. Seine Vokalmusik spielt mit Ausnahme der "Rusalka" so gut wie keine Rolle, was nicht nur für die übrigen Opern, sondern auch für die geistlichen Werke gilt. Zwar gibt es von seinem "Stabat Mater" und dem "Requiem" etliche Einspielungen, wirklich populär sind sie aber nicht, spielen auch im Konzertleben kaum eine Rolle, obwohl beispielsweise das "Requiem" mit seinem sehr effektvollen, dabei nicht übermäßig schwierigen Chorpart ein dankbares Werk für qualitätsvolle Amateurchöre darstellt.
Dabei hatte gerade dieser Teil seines Schaffens für den sehr gläubigen Komponisten eine besondere Bedeutung, persönlich wie künstlerisch, was sich nicht zuletzt in einer sich unmittelbar übertragenden Inspiration niederschlug. Und so bewegend die beiden schon erwähnten Werke sind, hat Dvořák im Bereich der Sakralmusik doch noch sehr viel mehr zu bieten. Das Oratorium "Die heilige Ludmila" etwa kann es, was emotionale Intensität und dramatische Direktheit anbelangt, mit jeder Oper aufnehmen. Gleiches gilt für die packende Kantate "Die Geisterbraut", die man neben weiteren Preziosen in durchweg erstklassigen und vor allem idiomatischen Interpretationen (nur bei zwei lateinischen Werken kommen einige nicht-muttersprachliche Sänger zum Einsatz) mit dieser Box sehr günstig entdecken kann.

Michael Blümke, 03.10.2015



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