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Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonia concertante Es-Dur KV 364, Konzert für Violine, Klavier und Orchester D-Dur KV Anh. 56 (Rekonstruktion von Philip Wilby)

Christoph Eschenbach, NDR Sinfonieorchester, Midori, Nobuko Imai

Sony SK 89488
(58 Min., 9/2000, 10/2000) 1 CD

Als Mozart 1778 in Mannheim weilte, teilte er seinem Vater brieflich mit, er schreibe "an einem concert für clavier und violin" - ein Werk, von dem nur 120 Takte erhalten sind und dessen Rest verschollen blieb. Zumindest, bis der Musikwissenschaftler Philip Wilby eine interessante These aufstellte: Seiner Meinung nach ist die Essenz des Werkes nämlich in die bekannte Violinsonate (D-Dur KV 306) eingegangen - eine Komposition, die trotz kammermusikalischer Besetzung überraschender Weise sehr virtuos-konzertant daherkommt. Wilby rekonstruierte auf Basis dieser Erkenntnis das verschollene Konzert.
Hier ist nicht der Platz, um Wilbys These zu diskutieren. Doch eins ist sicher: Das Stück ist durchaus ein Gewinn fürs Repertoire. Innerhalb Mozarts Konzertschaffen befindet sich das Werk chronologisch bei den frühen Klavierkonzerten, zeigt sich in seiner pompösen und gleichzeitig durchgestalteten dialogischen Struktur als überraschend reif - gewissermaßen als Vorstufe zur Sinfonia Concertante für Violine und Viola, die ein Jahr später entstand. Eschenbach, Midori und das NDR-Orchester zeigen sich als ideenreiche Präsentanten des Konzerts, dafür fällt die Interpretation der Sinfonia Concertante etwas weniger originell aus.

Oliver Buslau, 13.09.2001



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