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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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Reynaldo Hahn, Henri Duparc, Ernest Chausson

Néère

Véronique Gens, Susan Manoff

Alpha/Note 1 ALP215
(66 Min., 3/2015)

Der Beihefttext spricht vom „goldenen Zeitalter“ des französischen Kunstliedes in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Tatsächlich hat man bei den westlichen Nachbarn nach der Schmach von 1870/71 verstärkt nach einem eigenen nationalen Musikidiom gesucht und war dabei sehr erfolgreich – obwohl einige der Protagonisten, darunter auch Duparc und Chausson, sich gar nicht leicht aus dem Bann der Wagnerschen Harmonik zu lösen vermochten. Letztendlich fand man im fruchtbaren Zusammenspiel mit der zeitgenössischen französischen Lyrik und auf der Basis von kompositorischen Errungenschaften der Vorgängergeneration (hier ist vor allem César Franck zu nennen) zu einem ganz und gar französischen Tonfall.
Die hier klingend porträtierten Meister Duparc, Hahn und Chausson werden weitgehend mit hierzulande weniger bekannten Liedern repräsentiert – zu den populärsten gehören wohl Duparcs unnachahmlich melancholische „Chanson triste“ und seine „Invitation au voyage“. Eine echte Entdeckung aber sind Chaussons „Sept mélodies op. 2“ und auch Reynaldo Hahns „Études latines“, in denen sich der erfolgreiche Operettenkomponist von erstaunlich ernster und gediegener Seite zeigt.
Über die Qualifikation von Véronique Gens für ein solches Programm müssen nicht viele Worte verloren werden: Sie ist ohne Zweifel längst eine „Grande Dame“ des französischen Repertoires. Als Endvierzigerin verfügt sie immer noch über eine weitgehend perfekt funktionierende Stimme, die vor allem in der Mittellage an wohlklingender Rundung und Reife hinzugewonnen hat und nur bei wenigen Spitzentönen eine leichte Schärfe aufweist. Zusammen mit ihrer Begleiterin Susan Manoff gelingt ihr ein wundervolles Liedprogramm, das jeden Freund französischen Liedgesangs erfreuen wird.

Michael Wersin, 21.11.2015



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