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Pegasus

Johannes Bigge Trio

Nwog Records/Edel 1089200NWO
(47 Min., 5 & 6/2015)

Den Namen muss man sich merken. Johannes Bigge, Jahrgang 1989, legt mit dem Trioalbum „Pegasus“ ein Debüt vor, das sich von den Alben der gängigen jungen Pianisten unterscheidet. Er bereichert das Genre der Klaviertrios mit einem Ansatz, der über das von Rock und HipHop inspirierte Spiel des Esbjörn Svensson Trios hinausreicht und die Swing-Tradition weit hinter sich lässt. Die Rhythmen seiner Band sind komplexer, die Strukturen differenzierter, die Stimmungswechsel häufiger, die Klangkombinationen ungewöhnlicher. In seinem Spiel finden sich nicht nur Elemente von Minimalismus, Romantik und Impressionismus, sondern eine aus der klassischen Klaviertradition seit Bach abgeleitete Vielfalt der Themenbearbeitungen – insofern ist er ein würdiger Meisterschüler seines Lehrers Richie Beirach, während er von seinem zweiten Lehrer Michael Wollny die Bereitschaft zu sperrigen Klanggebilden in sich aufgenommen hat. Dabei kopiert er weder den einen noch den anderen, sondern findet mit der melodieorientierten, aber auch für monotone Wiederholungen guten Kontrabassistin Athińa Kontou eine Partnerin neben sich, die seine Ausflüge bravourös abfedert. Moritz Baumgärtner, der Schlagzeuger, bereichert das vielschichtige Konzept durch eine Fülle an kleinteiligen, perkussiven Elementen. Wie diese acht Titel pulsieren, wie sie sich wenden und drehen, wie sie auf- und abebben, wie sich Akkorde ballen und in feine Melodien auflösen, fällt weit aus dem Rahmen dessen, was die meisten anderen Klaviertrios bieten.

Werner Stiefele, 27.02.2016



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