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Falling Crystals

Emil Branqvist Trio

Skip Records/Soulfood 9135
(58 Min., 5 & 9/2015)

Emil Brandqvist scheint ein ausgeglichener Mensch zu sein, der mal ausgelassen und fröhlich daherkommt, aber auch seine nachdenklichen, leiseren Seiten hat. Jedenfalls versteht sich der Schlagzeuger darauf, mit seinem Trio heiter, schwungvoll, aber auch bedächtig aufzuspielen. In „Through The Forest“ hüpfen die Töne von ihm, dem Pianisten Tuomas Turunen und dem Kontrabassisten Max Thornberg so fröhlich, als hätten sie sich durch Hits von ABBA zu einem Tänzchen inspirieren lassen. Mit „Shine“ hingegen bringen sie eine kleine Melodie zum Strahlen, und die Ballade „Longing“ gewinnt durch ausdrucksstarke, stellenweise an Frank Sinatras Intonation erinnernde Klaviermelodien und ein klares Fundament von Bass und Schlagzeug Ausdruck. Zu dritt oder im Quartett mit dem Perkussionisten Martin Brandqvist verzichten sie auf virtuose Hochgeschwindkeitspassagen – ihre Stärken sind einerseits das gelassene Ineinandergreifen von Piano und Begleitung und andererseits die Fähigkeit, kurze und einprägsame Melodien abwechslungsreich auszugestalten. Mal greifen sie dabei auf minimalistische Variationstechniken zurück, mal setzen sie Brüche, gliedern in Abschnitte, setzen einzelne Segmente hintereinander. Im Eröffnungsstück „While We Are Here“ und dem abschließenden Epilog „The Oak Trees“ und „Early Spring“ unterstützt sie das Sjöströmska String Quartet mit flächigen Klängen und aufgefächerten Akkorden, während das Trio in „The Sea Begins To Freeze“ eher auf die Tradition der Minimal Music zurückgreift. Die im Titel angesprochenen Kristalle fallen nicht nur, sie funkeln auch.

Werner Stiefele, 12.03.2016



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