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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Bertrand de Billy präsentiert einen rasanten und lebendigen "Figaro" mit einer guten bis sehr guten Sängerbesetzung. Einzig Regina Schörg als Gräfin fällt gelegentlich durch zu tiefe Intonation in ihren Arien ein wenig aus dem Rahmen. Kwangchul Youn als "Figaro" ist hingegen eine wahre Freude: Seine kernig-männliche Stimme hat eine für diese Rolle eher ungewöhnliche, gleichwohl aber sehr reizvolle Bassfärbung. Youn geht mit seiner auch in der Höhe gut verankerten Stimme sehr flexibel um, versteht sie für ein prägnantes Rollenporträt gut zu nutzen. Gleiches kann von seiner Susanna Birgid Steinberger gesagt werden.
Stimmlich nicht ganz so kraftvoll und gebündelt wie Youn, aber differenziert im Ausdruck zeichnet Jochen Schmeckenbecher sein Bild des Grafen; Ruxandra Donoses Cherubino ist voller Leidenschaft und hinsichtlich des Timbre schön gefärbt, bisweilen allenfalls ein wenig zu unruhig in der Stimmgebung. Hervorragend agieren außerdem Jeffrey Francis (Basilio) und Maurizio Muraro (Bartolo).
Bertrand de Billy hat nicht nur das Orchester sehr gut im Griff - erfreulich zu hören, dass Elemente der historischen Aufführungspraxis auch in "konventionellen" Aufnahmen immer mehr Raum einnehmen -, sondern auch die Gestaltung der Rezitative: Unter Verwendung eines Fortepiano - einfallsreich traktiert von Dorothea Guschlbauer - entfalten die Dialoge ein Höchstmaß an Witz und Brillanz.
Ein sehr guter Einführungstext von Michael Lewin ergänzt diese Produktion auf glückliche Weise: Er ordnet Mozarts Adaption des "Figaro"-Stoffs in größere, bisher wenig beachtete Zusammenhänge ein und modifiziert so manches (Vor-)Urteil über diese Oper.

, 06.06.2002



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