So lobenswert es prinzipiell ist, dass Warner sukzessiv zahlreiche Aufnahmen aus den italienischen Cetra-Archiven wieder zugänglich macht - schließlich handelt es sich hier um historisch wichtiges, vorher nur vereinzelt auf CD zugängliches Material - so offensichtlich ist es auch, dass dabei viel Mittelmäßiges zum Vorschein kommt. Wer Giuseppe Taddei etwa in Mario Rossis grandiosem Turiner Falstaff von 1949, vor längerer Zeit bei Warner in dieser Reihe wieder veröffentlicht, als einen der besten Falstaffs überhaupt schätzen gelernt hat, der wird enttäuscht sein, ihn in der vorliegenden Don-Giovanni-Produktion in wenig ansprechendem Umfeld vorzufinden: In “La ci darem la mano” muss er sich, abgesehen von eigenen Problemen, mit einer wenig charmanten Zerlina herumschlagen: Elda Ribetti, kurioserweise eine Gesangsschülerin des Dirigenten Victor de Sabata (seine einzige) vermag hier mit ihrer angesäuerten, nicht geschmeidigen Stimme ebenso wenig zu beglücken wie in “Batti, batti, o bel Masetto”. Schade ist außerdem, dass Italo Tajo, der spätere Gesangslehrer von Kathleen Battle und Tatiana Troyanos, als Leporello seine zunächst sehr gut begonnene Antrittsarie später in zunehmendem Maße durch Intonationsprobleme verdirbt. Maria Curtis Verna schließlich gibt nur eine sehr hölzerne Donna Anna ab, und Cesare Valletti, der brillante Elvino an der Seite von Maria Callas in Bernsteins 1955 Live-Aufnahme der “Sonnambula”, ist nur ein blasser, Melismen aspirierender Don Ottavio. Wie schade!

, 21.06.2003



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