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Taking Direction

Marc Doffey Quintet

Mons Records/in-akustik MR 874394
(53 Min., 1/2016)

Mit der menschlichen Stimme, Akustik- oder Elektrogitarre und einem Instrument aus der Familie Tenorsaxofon, Klarinette und Bassklarinette sowie Kontrabass und Schlagzeug webt das Marc Doffey Quintet siebzehn lichte Titel. Im Zentrum stehen die fünf Gesangstitel „Reunion“, „The Day Is Over“, „From The Shelves“, „Shades Of The Night and Cities Of Light“ und „Fabian’s View“, in denen die Sängerin Sabeth Pérez mit heller Stimme eigene Texte interpretiert. Hier tritt die Band weitgehend zurück und begleitet sie dezent und aufmerksam aus dem Hintergrund. Weich lassen die Sängerin, der Saxofonist Marc Doffey und der Gitarrist Bertram Burkert die Melodien fließen, während der Kontrabassist Thomas Kolarczyk und der Schlagzeuger Fabian Rösch eine sanfte, besinnliche Atmosphäre schaffen. In den drei weiteren Stücken, „Die beschwerliche Reise des Hanghuhns“, „Shape & Lights“ und „Sea Glow“ ist Sabeth Pérez‘ Stimme wie ein zusätzliches Instrument in das Ensemble integriert. Hier und in knappen, als Einzeltitel markierten „Interludes“ und „Intros“ entstehen – teilweise auch bei reduzierter Besetzung – reizvolle Klangkombinationen. Sie wirken wie hingeworfene Gedankenskizzen, die manchmal so kurz geraten, dass man sich fragt, warum die Band auf eine Fortsetzung und Ausarbeitung verzichtet hat. Andererseits schaffen sie durch ihr raueres, stellenweise in der Nähe freier Improvisationen angesiedeltes Klangbild Kontraste zum Wohlklang der längeren Nummern. Das finale „Friendly Wave“ enthält nach einem Duett von Stimme und Percussion nach einer kleinen Pause noch eine kurze Jazzrock-Skizze: ein netter Abschieds-Gag.

Werner Stiefele, 08.10.2016



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