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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 11 und Nr. 22

Matthias Kirschnereit, Bamberger Symphoniker, Frank Beermann

Arte Nova/BMG 74321 98337 2
(57 Min., 3/2001, 1/2002) 1 CD

Nun also Teil fünf. Matthias Kirschnereit setzt seine Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern in Sachen Mozart fort - diesmal mit dem kammermusikalisch gehaltenen F-Dur-Klavierkonzert aus dem Winter 1782/83 und, gleichsam als Kontrapunkt, dem prickelnd-emphatischen Stück in Es-Dur aus dem Jahr 1785. Kirschnereit bestätigt seinen Ruf als sensibler und nobler Interpret. Kein Staubkorn nistet sich auf seinem abgerundeten, warmen, dabei durchsichtigen Klangbild ein. Die präzise und nuancierte Phrasierung verrät den kultivierten Künstler, ebenso die Fähigkeit zum feinsinnigen Dialog mit dem von Frank Beermann souverän geleiteten, trennscharf artikulierenden Orchester und der weite Atem der Melodiebögen. Alles bestens.
Und auch wieder nicht. Denn bei genauerem Hinhören ergeben sich Fragen: Was sagt uns eigentlich dieser Mozart? Wird die Interpretation in ihrer ganzen Anständigkeit dem Komponisten wirklich gerecht? Vermittelt sie nicht vielleicht doch ein schiefes Bild vom Genius? Mögen auch die beiden Klavierkonzerte in Dur stehen und von einer kantablen Nettigkeit durchdrungen sein, so hat die Mozart-Rezeption doch auch in (fast) jedem von Mozarts Werken ein Dramolett zumindest entdeckt. Hier aber ist alles so distinguiert, so artig aufeinander abgestimmt, dass man das Interesse zu verlieren droht. Will meinen: Das Besondere fehlt. Und das sollte es schon geben bei der siebenhundertdreißigsten Aufnahme.

Jürgen Otten, 24.01.2004



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