Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzert Nr. 26 D-Dur (“Krönungskonzert”), Konzert für 2 Klaviere und Orchester Nr. 10 Es-Dur, Konzertrondos für Klavier und Orchester D-Dur KV 328 und A-Dur KV 386

Carl Seemann, Andor Foldes, BPO, Bamberger Symphoniker, Fritz Lehmann

DGG 474 611-2
(77 Min., 10/1952, 6/1953, 4/1955) 2 CDs

Vinyl ist “in” - jedenfalls auf CD. War die Neuausgabe älterer Aufnahmen gerade in der Anfangszeit der CD ein Gebot der Sparsamkeit bei Plattenfirmen wie Käufern, so ist die schwarze Scheibe mittlerweile Teil des Konzepts und findet sich in der CD-Gestaltung nicht nur bei Teldec und Emi, sondern auch in der Reihe “The Originals - Legendäre Aufnahmen aus dem Katalog der Deutschen Grammophon” wieder. Ein Hauch von Authentizität und Nostalgie also für diese ansprechenden Neuausgaben.
Wenn der Name Carl Seemann (1910-1983) heute nur noch selten unter den Namen der Großen zu finden ist, könnte das auch daran liegen, dass seinem Spiel jegliche Theatralik oder spektakuläre Exzentrizität abgeht. Die zwei LPs und eine Single, die der Pianist in den 50er Jahren mit dem Dirigenten Fritz Lehmann für die Deutsche Grammophon aufgenommen hat, sprechen eine gediegene, aber auch musikalisch reiche Sprache. Im Krönungskonzert erkennt man - nicht zuletzt durch das gut gelungene Remastern der Originalbänder - einen sehr differenzierten Anschlag, Gespür für geringe dynamische Abstufungen, für weite musikalische Linien. Das Zusammenspiel mit dem Orchester ist ausgewogen, und im Spiel mit Andor Foldes im Konzert für 2 Klaviere ist - bei wunderbar rhythmischer Eintracht - jener wertvolle, charakteristische Zweiklang erhalten, der verhindert, dass der Hörer die beiden Solisten aufgrund gleichen Tons gar nicht mehr auseinanderhalten kann. Eine empfehlenswerte Neu- oder Wiederentdeckung.

Matthias Reisner, 17.12.2003



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top