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Diverse

Luther Collage

Calmus Ensemble

Carus/Note 1 CAR83478
(70 Min., 8 & 9/2016)

Die Worte Martin Luthers sind eine Steilvorlage für jedes a-cappella-Ensemble: „Im Vergleich mit der menschlichen Stimme“, so behauptete er nämlich in seiner „Lobrede auf die Musik“, sei „alles andere beinahe unmusikalisch“. Das Calmus Ensemble hat den Reformator beim Wort genommen: Ganz ohne Mitwirkung von Instrumenten wagt es seinen „Collage“ genannten Streifzug durch die Geschichte des Luther-Chorals. Sieben Gesänge des komponierenden und dichtenden Reformators hat das fünfköpfige Ensemble ausgewählt, die, gruppiert nach ihrer Position im Kirchenjahr, in einer facettenreichen Folge von verschiedensten Sätzen und Bearbeitungen erklingen. Diese reichen vom einstimmigen Gesang und schlichten Kantionalsatz der Lutherzeit über Choralmotetten und Transkriptionen von Bach‘schen Choralkantatensätzen bis hin zu romantischen Orgelvorspielen in Vokalfassung. Eingebaut sind aber auch gregorianische Gesänge, auf deren Grundlage Luther einige seiner Choräle formte, sowie Arvo Pärts „Da pacem domine“, das einen Kontrapunkt zu Luthers verdeutschter Fassung des gleichen mittelalterlichen Hymnus setzt. Besonderes Augenmerk richtet das Leipziger Ensemble, das seine Aufnahme in der heimatlichen Thomaskirche einspielte, auf einen Bezug zum Aufnahmeort: So sind neben Bach auch sein Amtsvorgänger Seth Calvisius und der Thomasorganist Carl Piutti vertreten. Und das Konzept geht auf: Im gemeinsamen vokalen Gewande und verbunden durch den roten Faden des jeweiligen Chorals ergibt die bunte Stückefolge eine überzeugende Einheit, die in klarer Intonation, warmer Sonorität und gelassener Grundhaltung von der überzeitlichen Lebendigkeit von Luthers Muse Zeugnis ablegt.

Carsten Niemann, 18.02.2017



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