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Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquartette KV 387 u. 421

Klenke Quartett

Profil Hänssler/Naxos 04027
(61 Min., 2/2004, 4/2005) 1 CD

Musik aus Musik, so bezeichnete der Mozart-Biograf Alfred Einstein jene sechs Streichquartette des Compositeurs von Gottes Gnaden, des Herrn Wolfgang Amadé Mozart, die dieser zu Ehren seines Vorbildes (in dieser Gattung jedenfalls) Joseph Haydn zu Papier warf. Es sind nicht nur sehr persönliche Werke, es sind Meilensteine des Genres, die vor allem zeigen, wie ausgiebig und detailliert Mozart sich mit dem Sujet auseinandersetze, auch um vor Haydn, ohne dessen "Vorlage" diese Streichquartette niemals so geworden wären, wie sie wurden, zu bestehen. Jeder Takt scheint hin und her gewogen zu sein, von allen Seiten begutachtet, auf seine innere Logik und seinen Platz im Ganzen überprüft, jedes Tempo, jede dynamische Anweisung ausgelotet. Womöglich liegt es daran, dass jener funkelnde Esprit uns dem Geist der Leichtigkeit, den Mozarts Werke gewöhnlich in die Welt entsenden, hier zurücktritt zugunsten einer musikalischen Ernsthaftigkeit, die ihresgleichen zu suchen scheint im Œuvre Mozarts.
Das Klenke Quartett, bereits mit seiner ersten Aufnahme (Goldmark, Mendelssohn) angenehm positiv in Erscheinung getreten, hat nun, als Auftakt zu einer "Gesamteinspielung" der zehn berühmten Quartette Mozarts (zu denen neben den sechs "Haydn"-Quartetten die drei so genannten "Preußischen" Quartette sowie das "Hoffmeister"-Quartett KV 490 zählen), die beiden ersten Haydn'schen auf Platte gebannt. Es ist eine Aufnahme, die jeglichen Aplomb vermeidet, jede Brillanz, jeden oberflächlichen Glanz. Man verliebt sich nicht sofort in sie, so zurückgenommen, ja beinahe schüchtern wirkt sie. Doch beim genaueren Hinhören zeigt sich, wie fein die Mozartischen Fäden von den vier Damen gesponnen werden, wie differenziert und gleichsam in jede Note hineingehört ihr Spiel ist, und wie daraus letztlich - vor allem in dem an Verschattungen reichen D-Moll-Quartett KV 421, das den Komtur im "Don Giovanni" schon ankündigt -, jene Atmosphäre entsteht, die diese Quartette in den Stand von Meisterwerken erhebt. Kurzum: Es ist ein geistreicher Diskurs, den die vier Damen da führen. Kompliment hierfür! Und ein Wunsch daran gehängt: Etwas mehr Mut vielleicht noch zur Attacke, verehrte Damen!

Jürgen Otten, 22.01.2005



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