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Wolfgang Amadeus Mozart

Werke für Klavier zu vier Händen

Yaara Tal, Andreas Groethuysen

Sony CD 93 868
(62 Min., 8/2004) 1 CD

Mozart, das Wunderkind. Mozart, das Genie. (Fast) alles, was er anfasste, wurde zu Gold - ästhetisch betrachtet natürlich (monetär war es, wie wir wissen, ein bisschen anders, wenngleich beileibe nicht derart schlecht, wie mancher heute glaubt). Sei es. Jeder Tropfen Tinte, den der Meister auf das edle Notenpapier vergoss, war ein Tropfen für die musikalische Ewigkeit - als wären Dionysos und Apoll eine Liaison miteinander eingegangen. So jedenfalls will es jene Geschichtsschreibung, die das Ganze gerne anstaunt, jedoch in den versteckten Gefilden des Objektes der Begierde phänomenlogisch herumzuforschen, die Mühe aufzubringen nicht wirklich bereit ist. Was zum einen anstrengend ist, und zum anderen den Blick auf das im vollen Ornat bewunderte Bild möglicher Weise trüben könnte. Und weil man eben Letzteres, das Suchen en détail, gerade im Falle Mozarts kaum tun mag, hat sich das Bild vom Genie in alle Welt hinein verstreut.
Dass er eines war, ist unumstritten. Dass aber Mozart etliche seiner über 600 vermerkten Kompositionen gewissermaßen en passant und für naheliegende (erklecklich bezahlte) Gelegenheiten aus seinem Kopfe entließ, gleichfalls. Ketzerisch gesagt: Die Salonmusik wurde nicht erst von Chopin und Moscheles und Liszt und Konsorten erfunden. Womit wir bei dem zu betrachtenden Subjekt angelangt wären: Ein Großteil der auf dieser Aufnahme versammelten Stücke ist zweifellos in die Kategorie jener Kompositionen einzusortieren, die den Weltruhm seines Schöpfers nicht mithalfen, zu begründen. Musikalische Artigkeiten sind es meistens, was an sich nicht ein so großes Problem darstellen würde. Sorgenfalten aber türmen sich auf unserer Stirn, wenn wir uns durch das Konvolut hindurchgehört (vulgo, bildlich gesprochen: durchgeschleppt) haben und dabei doch mehrere Male Gefahr liefen, von Morpheus´ Armen umschlungen zu werden. Man mag ja den wackeren Interpreten Yaara Tal und Andreas Groethuysen nicht allzu nahe treten. Doch ihre Mozart-Lesart ist Wasser auf die Mühlen jener in Bausch und Bogen zu verdammenden Gauner, die von der gehobenen, kultivierten Langeweile bei Mozart zu sprechen wagen. Aber eben das ist dieses sorgfältig einstudierte Absolvieren von Melodie- und Akkordfolgen: krottenlangweilig.

Tom Persich, 12.02.2005



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