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Richard Strauss mit den Uraufführungssängern seiner Oper "Arabella" Viorica Ursuleac (Arabella) und Alfred Jerger (Mandryka) © Reinhard Berger/SLUB

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Mehr noch als ein „Dorado für Uraufführungen“

Christian Thielemann muss sich einfach in Dresden pudelwohl fühlen. Hier sind schließlich der Geist und das Erbe von Richard Strauss und damit eines seiner musikalischen Hausgötter immer noch allgegenwärtig. In Dresden wurden neun seiner Opern uraufgeführt, darunter „Feuersnot“, „Elektra“, „Salome“ und „Der Rosenkavalier“. Und wer hat sie damals, in diesem „Dorado für Uraufführungen“ (so Strauss über Dresden), aus der Taufe gehoben? Eben Thielemanns Staatskapelle. „Das ist doch das größte Glück, mit einem Orchester zu arbeiten, das solche Traditionen hat“, geriet denn der Maestro schon 2015 ins Schwärmen. „Dazu kommt die pure Freude, Richard Strauss hier aus dem Uraufführungsmaterial zu dirigieren. […] Die Partitur hat eine ganz eigene Atmosphäre, man fühlt sich mehr als verpflichtet allein schon durch diesen Duft."
Viele dieser inspirierenden Noten finden sich im Besitz der Staatskapelle Dresden. Wie etwa die seit den Ur- und Erstaufführungen genutzten Orchestermaterialien zu den Operncoups von Strauss. Auch diese wurden inzwischen von der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) digitalisiert. So sind die wichtigen Quellen für die Strauss-Interpreten von heute und morgen ab sofort weltweit zu nutzen. Denn seit dem 1. Januar 2020 sind die Werke von Richard Strauss dank des weggefallenen Urheberschutzes gemeinfrei. Und so hat die SLUB Dresden einen riesigen Strauss-Schatz in digitaler Form für jeden frei zugänglich ins Internet gestellt. Zu sehen sind u.a. autographe Skizzen etwa zu den Opern „Die Ägyptische Helena“ und „Die schweigsame Frau“, Briefe von Richard Strauss sowie Bühnenskizzen und Kostüme zur Uraufführung des „Rosenkavalier“. Außerdem umfasst die Sammlung rund 320 Tonaufnahmen von historischen Strauss-Interpretationen mit u.a. dem legendären Dirigenten Fritz Busch. Um zu den entsprechenden Fundgruben zu gelangen, gibt es drei Links: einen Überblick verschafft man sich unter „www.slubdd.de/strauss“. Handschriften und Drucke findet man unter „www.slubdd.de/straussdigital“. Und unter „www.slubdd.de/strausston“ kann ab sofort auch Christian Thielemann stundenlang digital in magische Strauss-Klangwelten eintauchen.

Guido Fischer



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