Nach einer bunt abgemischten Horn-Klavier-CD und einer Konzertscheibe mit Wiener Klassik von Joseph und Michael Haydn folgen nun romantische Trios für Horn, Geige und Klavier. Der als Shooting Star aufgestiegene, armlose Hornist Felix Klieser versteht es neben seinem makellosen Können und einer feinen Musikalität schon allein mit seiner klugen Werkauswahl, das Interesse seiner Hörgemeinde einmal mehr wach zu halten. Diesmal hat er neben einem Spitzenkammermusikwerk für sein Instrument von Johannes Brahms noch vier gattungsgleiche Stücke dazukomponiert, die kaum jemand kennen wird. Da sind, mit gleich zwei galanten Trios, Frédéric Nicolas Duvernoy (1765 - 1838), einst Solohornist an der Pariser Oper, sowie der Fauré-Schüler Charles Koechlin (1867 - 1950) mit feinsinnig aus der Zeit gefallenen „Vier kleinen Stücken“ op. 32 zu hören. Zudem gibt es die ebenfalls schon ein wenig anachronistische, aber melodisch zarte Serenade des Mannheimers Robert Kahn (1865 - 1951) zu hören. Für dieses sorgfältig produzierte Album hat sich Klieser mit dem angenehm zurückhaltenden Pianisten Herbert Schuch und dem wachen ukrainische ARD-Preisträger Andrej Bielow an der Geige zwei ideale, ihm lange vertraute Kammermusikpartner erwählt. Das Horn schwelgt selbstredend dominant in herbstlich abgetönten Farben. Das ist so klangsinnlich wie heiter melancholisch, Klieser beherrscht dabei eine schier atemlose Kunst des Legatos. Aber vor allem ist diese CD als gern gehörte Repertoireerweiterung auch ein ideales Zeugnis musikalischen Teamplays. Keiner drängelt sich vor, und gerade diese aparte Instrumentenmischung macht den Reiz der nie langweiligen Werke aus.

Matthias Siehler, 07.10.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Seine fröhlichen Werktitel wie „Rheinische Sinfonie“ oder „Frühlingssinfonie“ lassen einen bei Robert Schumann manchmal denken, er sei eine unbeschwerte Frohnatur gewesen. Dabei hat wohl kaum ein anderer Komponist so mit sich und dem Leben gehadert und zugleich sich selbst immer wieder so grandios aus den Tiefen der Depression in die Höhenflüge der Musik gerettet wie Schumann. Seine zweite Sinfonie entstand in einer Zeit, in der sich der Komponist von einer schweren Lebens- und […] mehr »


Top