Responsive image
Robert Schumann, Clara Schumann

Schumann Romances

Céline Moinet, Florian Uhlig, Nobert Anger

Berlin Classcis/Edel 0300991BC
(58 Min., 9/2016)

Seit zehn Jahren spielt die gerade mal 33-jährige Céline Moinet nunmehr als erste Oboistin in der Dresdner Staatskapelle. Und heute vereint die aus Lille Gebürtige alle Tugenden der französischen Schule mit dem altgold-urdeutschen Musizieren der Sachsen. Sie hat einen eleganten, fluid silbrigen, quicken Ton, doch holt sie auch lauschige Wärme aus dem launischen Rohr, bläst mit Kraft und Finesse, risikobereit und souverän. Auf ihrer dritten CD wählt sie erstmals die klassische Kammermusikform mit Klavier – als zum Teil bearbeitete All-Schumann-Werkauswahl, Robert und ein wenig Clara ist auch dabei. Und es geht gleich mit einem Referenzwerk los, den „Drei Romanzen“ op. 94. Céline Moinet findet dafür die richtige wohlig versonnene, doch konzentrierte Erzählweise, und einer der besten Schumann-Interpreten am Klavier, Florian Uhlig, ist ihr der punktgenau auserkorene Pianopartner. Zu denen gesellt sich für die fitzeligen „Sechs Studien in kanonischer Form“ op. 56 der Solocellist der Sächsischen Staatskapelle, Norbert Anger, mit nobelrundem, zurückhaltendem Klang. Von Clara gibt ebenfalls „Drei Romanzen“ (ursprünglich für Violine) op. 22, von Robert sind noch „Kinderszenen“-Arrangements, zwei weitere Lieder, das „Abendlied“ für ursprünglich Klavier zu drei Händen op. 85 und drei der fünf „Cellostücke im Volkston“ im Repertoirekörbchen. Hier kann Céline Moinet von der Virtuosa bis zur kontemplativ Feinsinnigen alle ihre Spieltugenden entfalten – und derer sind viele. Die Oboe erweist sich dabei wiedermal als wunderbar waches Dialoginstrument mit einem herrlich parierenden Klavier.

Matthias Siehler, 28.10.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Gab es einen größeren Goethe-Verehrer unter den Komponisten als Ludwig van Beethoven? Den Poeten lernte Beethoven 1812 kennen, da hatte er sich von dessen Werken schon längst zu eigenen Kompositionen inspirieren lassen, vor allem zu einer ausgedehnten Bühnenmusik zum Trauerspiel „Egmont“. Eine geniale Mischung aus Poesie bzw. poetischer Andeutung und musikalischer Ausgestaltung, aus Worten und Klang. Diese Musik habe er „bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben“, meinte Beethoven in […] mehr »


Top