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Antonín Dvořák, Josef Suk

Klaviertrio g-Moll op. 26, Klavierquartett a-Moll op. 1

Christian Tezlaff, Antje Weithaas, Vicki Powell, Maximilian Hornung, Kiveli Dörken, Martin Helmchen

CAvi/harmonia mundi CAVI 8553404
(52 Min., 6/2017)

Kammermusik ist Vertrauenssache. Sie wird nicht besser, weil die hier versammelten Namen berühmt sind, sondern weil man sich kennt und sich aufeinander verlassen kann. Man atmet, phrasiert, interpretiert, musiziert ähnlich. Wenn sich dann auch trotzdem noch bekannte Namen für selten gehörte Musik einfinden – umso besser für die Komponisten. Seit 1998 wird solches nun mit allerbestem Erfolg bei Lars Vogts „Spannungen“-Festival im alten Jugendstil-Wasserkraftwerk in Heimbach praktiziert. Und der idyllische Eifelort ist längst zur Heimstadt für einen Nukleus eminenter Künstler geworden. Auch weil Deutschlandfunk und die Plattenfirma CAvi übertragen, bzw. jedes Jahr eine CD-Auswahl der letztjährigen Konzerte vorlegen. Dieses Jahr bringt das zum Beispiel zwei rare Werke aus Tschechien, das Klaviertrio in g-Moll op. 26 von Antonín Dvořák, eines der mittleren, und das erste Opus des jungen Josef Suk, ein Klavierquartett in a-Moll. Beide Stücke besitzen eine leise Melancholie, aber auch verhaltenes Temperament. Dem Dvořák werden Kiveli Dörken am Klavier, Christian Tetzlaff und Maximilian Hornung auf wundersam ausbalancierte Weise gerecht. Man spürt in jedem Takt die Musizierfreunde, die Sicherheit miteinander, das Loslassenkönnen- und wollen. Auch wenn Tetzlaff ungezwungen führt. Der 17-jährige Suk begeisterte mit seiner Examensarbeit nicht nur seinen Lehrer (und späteren Schwiegervater) Dvořák, sondern auch dessen Freund und lebenslanges Vorbild Johannes Brahms. Kein Wunder, finden sich doch in diesem gefällig-intensiven, erstaunlich reifen Werk Brahmssche Impulse, aber auch nationaltönendes Neues. Neuerlich Hornung, Antje Weithaas mit deutlich herberem Strich, Vicky Powell und Martin Helmchen spielen das formvollendet.

Matthias Siehler, 08.09.2018



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