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Johannes Brahms

Sinfonien Nr. 3 & 4

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Paavo Järvi

RCA/Sony Music 19075937532
(75 Min., 2/2018)

Und wieder hat sich für Paavo Järvi ein sinfonischer Zyklus geschlossen. Mit seinem Orchestre de Paris – die gemeinsame Zeit ist schon historisch – hat er kürzlich alle Sibelius-Sinfonien vorgelegt. Mit den Brahms-Sinfonien Nummer 3 und 4 rundet sich jetzt auch der dritte Zyklus, den der rastlose, aber immer sorgfältige Este mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen angegangen ist. Und wie schon die Vorgänger-Serien mit gesammeltem Beethoven und Schumann, so vermag auch diese dritte Brahms-CD restlos zu begeistern. Weil hier frisch, klar, transparent musiziert wird, Orchester wie Chef feinsinnig aufeinander eingespielt sind. Da wird wirklich kammermusikalisch und absolut synchron gearbeitet, mit einem wachen Sinn für Balancen und unaufdringliche Wechsel in den Tempi, der Dynamik oder im Rhythmus. Das hat etwas herrlich Organisches, da muss nichts mit Ausrufungszeichen ausgestellt werden. Der herbstlich-melancholische Duktus dieses Sinfonien-Paars kommt genauso gut rüber wie die dann doch noch einmal ausholende Energie, das lockere, zwanglose Freisetzen der orchestralen Kräfte. Sehr schön klingen die langsamen Sätze, edel strömt der Klang, nie selbstgefällig, immer aufmerksam, nuanciert, ohne jede Routine. Järvi ist als Motivator wie Erzieher gleichermaßen gut, er scheut die Extreme, kostet diese vielgehörte Musik aber wohlwollend neugierig und prachtvoll plastisch aus. Man höre nur die feinziselierte Unisono-Melodie zwischen Fagott und Streichern im letzten Satz der Dritten oder das glanzvolle Triangelspiel im dritten Satz der Vierten – an solchen, unauffällig-auffälligen Details misst sich der Rang dieser Aufnahme.

Matthias Siehler, 11.05.2019



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Kommentare

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gemihaus
Moderat, vergleichsweise, in den Tempi, aber im Detail genau und stringent phrasiert auf die thematischen Schanierstellen hin wie nur wenige andre heute, die neuen Järvi-Brahms-Einspielungen aus Bremen. Bei Rondo gibt's dennoch nur 4 Punkte, weil's eben nicht so süffig und gewichtig gross-sinfonisch klingt wie letztlich beim Staatsopern-Maestro Barenboim, oder Thielemann in Dresden,die so schön im Furtwängler-Retro-Stil den Brahms mit Bart wie aus uralten Zeiten erklingen und zelebrieren lassen. Nunja, damals - neulich hat Järvi mit den Berliner Philharmonikern Brahms 2te geboten, live und ohne Fallstricke, a-jour, eindrucksvoll und ausdrucksstark und ohne bedeutsam-pathetisches Raunen. Und so klingen hier auch die Musiker aus Bremen - Allemal 5 Sterne!




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