Man muss sich das klar machen: „Belle Époque“ ist das 17. Album, das der britische Geiger Daniel Hope bei seinem Label veröffentlicht. Andere, begabtere Violinisten haben da auf dem schon übervollen Markt keine Chance, aber dieser mittelmäßige, vor allem interpretatorisch wenig imaginative Saitenspieler, der wuppt es. Warum? Weil er gute Themen findet, weil er Geschichten zu erzählen hat, weil er ein Kommunikationstalent ist und weil er als Networker seine Finger überall drin hat, wo sich die Klassik auf seichtes Terrain begibt. Ist ja nichts Schlimmes, aber 17 Alben? Nun ja.
Auch diesmal hat Daniel Hope gute Auswahlarbeit geleistet. „Belle Époque“ – auf dem Cover präsentiert er sich vor klimtigem Jugendstilgeranke – geht auf Klangreise von Paris über Wien bis London und St. Petersburg. Fast kein süffiger Komponist dieser sämig schmeichelnden Zeit, um die herum die Welt in Stücke ging, bleibt ausgespart. Der Auftakt mit Chaussons rarem Konzert für Geige, Klavier (die zartzupackende Lise de la Salle) und Streichquartett (hier das auch von Hope geleitete Zürcher Kammerorchester) tönt vielversprechend. Doch der Rest dieser Orchester-CD, die mit Debussy, Massenets „Meditation“, dem „Morgen“ von Richard Strauss mit Ex-Labelgenossin Mojca Erdmann, Schönberg und Elgar aufwartet, klingt zunehmend fader. Da wird alles auf einen Saucengeschmack runtergeköchelt. Und der setzt sich auf der zweiten, der Kammermusikscheibe mit kurzatmig gleichförmigen Piècen in diversen Bearbeitungen fort. Meist sitzt Simon Crawford Phillips neutralisierend am Klavier, das wertigste Werk ist noch Ravels posthume Sonate. Das ist alles nicht schlecht. Aber wirklich gut ist es eben auch nicht.

Matthias Siehler, 15.02.2020



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Sonia
I expected to read a review and not a rude dissertation about the reviewer’s dislikes in the classical music world. Maybe a more talented reviewer could have given us something more pondered and constructive but, sadly, all we have here is a review of a disheartening smallness.

Luca
Personally I am always very fascinated by the beautiful sound of Daniel Hope. It is no coincidence that Yehudi Menuhin was struck by this child prodigy. I also find this Deutsche grammophon project very interesting, both in terms of content and choice of image. An idea, in my opinion, very original and captivating.




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