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Claude Le Jeune, Pierre Guédron, Antoine Boësset u. a.

„N’esperez-plus, mes yeux“ (Airs sérieux et à boire Vol. 3)

Les Arts Florissants, William Christie

harmonia mundi HAF 8905318
(82 Min., 1/2019)

William Christie und sein ihm seit nunmehr über 40 Jahren treu ergebenes Ensemble Les Arts Florissants, das meint ja seit jeher Instrumental- wie Vokaltruppe, dazu die Akademie Le Jardin des Voix – und gern auch eher mal im kleinen Ensemble zusammenwirkende Solosänger mit Renommee. In letzterer, sehr kammermusikalisch besetzter Größe findet man sich gern zusammen, um die vielen Gesangsperlen Frankreichs jenseits der großen Motetten, Opern oder Divertissements zu pflegen. So wie seit einiger Zeit auch in einer Sammlung von Airs de Cour, also einstiger Unterhaltungsmusik bei den Tafeln des Hofes. „Airs sérieux et à boire“, so hat Christie augenzwinkernd diese ganz individuelle Kollektion von ernsten wie komischen Trinkliedern genannt. Unter dem seufzenden Titel „N’espérez, mes yeux“, entlehnt von Antoine Boësset (1587–1643), ist inzwischen in dritter Folge ein eingespieltes Team, darunter Emmanuelle de Negri, Cyril Auvity und Marc Mauillon, sängerisch am Werk, diese vergessenen Juwelensplitter des 17. Jahrhunderts fein aufzupolieren. Dabei ist – ähnlich wie in den italienischen Madrigalen – vieles frei zu gestalten und noch mehr möglich. Weil alle Beteiligten einander so traumsicher verbunden sind, egal ob es um Bogenstrich, Verzierungen, Artikulation oder um Gesangstechnik geht, sind diese Hirten- wie Liebenslieder ein wunderbar leichtgewichtiges, dabei nie gleichförmiges Hörvergnügen. Denn Christie mischt als unangestrengt führendes Mastermind gekonnt Vokales und Instrumentales, wirbt so überzeugend für verschüttete Komponistenpersönlichkeiten wie Claude Le Jeune (1530–1600), Étienne Moulinié (1599–1676), Pierre Guédron (1565–1620) oder Pierre Verdier (1627–1706).

Matthias Siehler, 26.06.2021



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