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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



War das notwendig? Für Marek Janowski sicher, der als Chef der Dresdner Philharmoniker inzwischen wieder regelmäßig zu dort konzertant aufgeführten und mitgeschnittenen Opern zurückgekehrt ist. Wobei er nicht nur seine deutsche Kompetenz glänzen lässt, sondern auch Italienisches schon angegangen ist. Für die Flexibilität des Orchesters, dass sich auch in der jüngsten „Fidelio“-Aufnahme als rundum gesund, fein ausbalanciert und so schlank geführt wie volltönend präsentiert, ist es in Sachen Flexibilität und Stilgefühl immer gut. Und der einzige neue Audiobeitrag, natürlich in der traditionell dritten Komponistenversion, ist dies in Sachen „Fidelio“ zum nachgereichten Beethoven-Jubiläum sowieso. Auch wenn er es ein wenig behäbig angehen lässt, insbesondere der Singspiel-Anfang – auch wegen der eher lustlos absolvierten Dialoge – kommt nur schwer in Fluss. Die sinfonischere Hälfte aber gelingt dem Sachsen proper. Pandemiebedingt fielen übrigens die Konzerte aus, man zeichnete die Solisten im Studio auf, gleich zwei verschiedene Chöre separat später. Auf der Habenseite steht unbedingt Lise Davidsen als sehnige, dunkel grundierte, in der Arie zu schönsten Höhen aufschießende Leonore, eher schweigen sollte man hingegen über den Janowski-Favoriten Christian Elsner, der seine gute Florestan-Zeit längst hinter sich hat, schreit und quetscht und langweilig flach klingt. Günstig stimmt die ausgewogene Restbesetzung muttersprachlicher Könner: Christina Landshamer und Cornel Frey als glaubwürdig-frisches jugendliches Paar, Georg Zeppenfeld als gewohnt prächtiger Rocco, Johannes Martin Kränzle als eben nicht bassschwarz bellender Pizarro und Günther Groissböck als mit charaktervollem Bassbariton die Freiheit bringender Minister.

Matthias Siehler, 02.10.2021



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