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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



„Und glücklich kehrt ewiger Gesang zurück“, so lautet im Covid-Sommer 2020 das Motto der trotzdem spielenden Innsbrucker Festwochen für Alte Musik, den zehnten unter der Leitung von Alessandro De Marchi. So fiel im 250. Beethoven-Jubiläumsjahr wieder mal Licht auf „Leonora“ von Ferdinando Paër, 1804, ein Jahr vor der ersten von drei „Fidelio“-Versionen chorlos in einem kleinen Dresdner Hoftheater uraufgeführt. Der Routinier Paër, gut bekannt mit Ludwig van, gab seiner 27. Oper die Gattungsbezeichnung „Fatto storico“. Sie ist mal komisch (in der Marcellina-Geschichte), mal rührend (in der sich hier Fedele nennenden Gattenrettung der Leonora). Sie ist nett und unterhaltsam anzuhören, buffonesk, virtuos, vielfach Rossini vorwegnehmend, aber nicht sehr nachhaltig. Trotzdem ist sie spannend zu hören – im Vergleich zu Beethovens Opernzwitter, der schon in seiner ersten Fassung viel weltanschaulicher, universeller sein will und natürlich viel eindrücklicher Klang erfindet, gerade weil er sein Opernhandwerk nicht versteht. Visionäres Talent und einzigartige Inspiration versus berühmtes und beliebtes Tonhandwerkertum – nach drei Stunden ordentlicher, dramaturgisch abwechslungsreicher, aber harmloser Musiktheatermanufaktur ist man wirklich ganz und gar auf Ludwig van Beethovens Seite. Und hört doch gern dem klangprallen, von De Marchi straff geführtem Innsbrucker Festwochenorchester und den versierten Sängern zu: der biegsam virtuosen Eleonora Bellocci als Leonora / Fedele, dem Florestano des metallischen Paolo Fanale, Luigi De Donato als ihrem Freund Giacchino. Carlo Allemano gestaltet den Schurken Don Pizzaro als kraftvoller Tenor.

Matthias Siehler, 09.10.2021



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