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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



Warum aufhören, wenn es am schönsten ist? Das haben sich auch der selbstredend ebenfalls covid-ausgebremste polnische Countertenor Jakub Józef Orliński, sein fast schon naturhaft mit ihm assoziiertes Begleitorchester Il Pomo d’Oro sowie sein ständiger Musikberater Yannis François gedacht. Und so hat man das in seinen beiden vorherigen Soloalben „Facce d’Amore“ und „Anima Sacra“ eingeschlagene Konzept aus weitgehend unbekannten hochbarocken Arien beibehalten, sogar das religiöse Rezept seiner Debütplatte noch einmal ausgeweitet und variiert. Auf die „heilige“ folgt nun die „ewige“ Seele – als kreatives wie humanes und emotionales Prinzip. Material war noch vom letzten Mal genug da. Und wieder dient es dazu, den angenehm natürlichen, leicht verhangen knabenhaften und doch zart sinnlichen Altus von Orliński, seine klare Diktion, seine saubere Koloraturtechnik vorzuführen und ins akustisch beste Licht zu stellen; bevorzugt in langsamen Stücken.
Doch diesmal ist die Gewichtung ein wenig anders, was sich schon im schlichten, konzentrierten Dirigat von Francesco Corti mitteilt, der auch am Cembalo sitzt. Der Schwerpunkt des Repertoires liegt auf drei Motetten, zwei von Jan Dimas Zelenka (in der berühmtesten, „Laetatus sum“, bringt sich mit sanftem Sopran auch Fatma Said ein) und einer Weltpremiere von Gennaro Manno. So wie auch die trompetenbegleitete David-Arie aus einem Oratorium von Bartolomeo Nucci (1717-1749), die erstmals diesen Komponisten vorstellt. Des Weiteren mischen sich Geige, Fagott, Orgel und sogar das Baryton (in einer Fux-Arie) unter das angenehme Orliński-Organ. Abgeschlossen wird das Album sogar mit einem selten gehörten Händel-Halleluja.

Matthias Siehler, 30.10.2021



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