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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Georg Friedrich Händel, Johann Adolf Hasse, Carl Heinrich Graun, Nicola Porpora, Henry Purcell u. a.

„Les 3 Contré-Ténors: Le Concours de Virtuosité des Castrats“

Samuel Mariño, Filippo Mineccia, Valer Sabadus, Orchestre de l’Opéra Royal, Stefan Plewniak

Château de Versailles/Note 1 CVS050
(73 Min., 01/2021)

Ups, sie haben es wieder getan! 26 Jahre nachdem Harmoni Mundi den Mut hatte, drei damals führende Countertenöre, nämlich Andreas Scholl, Dominique Visse und Pascal Bertin, als Antwort auf die Drei Tenöre für eine nicht ganz ernstgemeinte Battle-CD zwischen barockem Virtuosentum und augenzwinkernder Parodie zu verewigen, gibt es nun bei dem fleißigen Label Le Château de Versailles eine weitere solche Scheibe (plus DVD). Die basiert auf einem im Januar-Lockdown 2021 im dortigen Spiegelsaal mitgeschnittenen Konzert von drei heutigen, natürlich gänzlich eifersuchtsfreien Primi Uomi der höchsten Falsetthöhen. Wobei mit dem Venezolaner Samuel Mariño, dem Italiener Filippo Mineccia und dem Deutsch-Rumänen Valer Sabadus drei sehr unterschiedliche Sangestemperamente und Stimmlagen – nämlich Sopran, Altus und Mezzo angetreten sind. Das dient natürlich gleichermaßen der vokalen Unterscheidbarkeit wie der Abwechslung. Unter dem soliden, nicht weiter verhaltensauffällig von Stefan Plewniak dirigierten Orchestre de l’Opéra Royal gibt es einen paritätisch zusammengesteckten Opernstrauß mit ariosen Blüten von Porpora, Graun, Hasse, Vinci, Händel, Ariosti, Purcell und Monteverdi. Mal kontemplativ, mal leidenschaftlich sind jedem der drei in den Höhenlagen brillierenden Gentlemen zwei Solonummern, zwei Duette und drei Terzette zugewiesen; von denen eines, das ursprüngliche Finale aus Monteverdis „Poppea“ (das vermutlich gar nicht von diesem stammt), vom Hetero-Liebesversprechen (das nicht gehalten wurde) zum gleichgeschlechtlichen Töne-Dreier mutiert. Das ist bei dieser sonst hochseriösen, appetitlich klingenden Scheibe aber der einzige Anflug von Ironie.

Matthias Siehler, 01.01.2022



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