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N° 1260
02. - 08.07.2022

nächste Aktualisierung
am 09.07.2022



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Christoph Graupner, Franz Tunder, John Lennon u. a.

„Celebration of Life in Death“

Anna Prohaska, La Folia Barockorchester, Robin Peter Müller

Alpha/Note 1 ALP745
(71 Min., 7/2020)

Unter dem Eindruck der Coronapandemie hat sich die Sopranistin Anna Prohaska mit Fragen nach Leben und Tod befasst. Auf ihrem neuen Album „Celebration of Life in Death“, die sie mit dem La Folia Barockorchester unter Leitung von Robin Peter Müller eingespielt hat, schlägt sie einen großen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In dem gregorianischen Gesang „Dies irae“ steht Prohaskas markante Stimme gleich zu Anfang ganz im Vordergrund. Ihre Wandlungsfähigkeit stellt sie dann in Werken aus dem englischen und italienischen Barock, Volksliedern aus Frankreich, Österreich und Deutschland sowie Songs von den Beatles und Leonard Cohen unter Beweis. Mit rhythmischem Trommeln beginnt „Douce dame jolie“ von Guillaume de Machaut, wo es auch um das Jüngste Gericht geht. Der französische Komponist und Dichter schrieb das Stück, als in Europa die schwarze Pest wütete. Christoph Graupners Kantate „Die Krankheit, so mich drückt“ ist ein Flehen an Gott um Vergebung aller Sünden. In Henry Purcells früher Arie „Since the Pox or the Plague“ wird dagegen die ganz und gar weltliche Furcht vor Geschlechtskrankheiten parodiert. Prohaska geht bei ihrer Stückauswahl über alle Genregrenzen hinaus. Von der Alten Musik, die dem Orchester viel Spielraum für Improvisationen bietet, gelangt sie am Ende zu ihrer eigenen Interpretation von Cohens Welterfolg „Hallelujah“. Ein überzeugendes Album mit vielen Facetten!

Corina Kolbe, 26.03.2022



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