Responsive image

Plays Ernesto Lecuona - Danza Negra

Ramón Valle

ACT/Edel Contraire 9404-2
(53 Min., 9/2001) 1 CD

Der Kubaner Ernesto Lecuona war ein Tastenvirtuose; entsprechend sind von seinen über sechshundert Kompositionen die Klavierwerke bis heute am beliebtesten. Einzelne Melodien wie "Malagueña" oder "Siboney" wurden auch in anderen Versionen populär. Lecuona starb 1963, im Jahr vor der Geburt des späteren Pianisten Ramón Valle, der sich nun zehn Stücke für sein Jazz-Quintett ausgesucht hat.
Das Erstaunlichste ist, dass man durch den Höreindruck niemals auf die Idee käme, dass es sich um "verjazzte" Versionen "klassischer" Musik handeln könnte; vielmehr klingen die eher getragenen, angenehm melodiösen Titel entweder nach Standards, die man bislang übersehen hatte - oder gleich so frisch und zeitgenössisch, dass man einen der beachtlichen Musiker als Urheber vermutet.
Das spricht sowohl für die Haltbarkeit von Lecuonas Musik als auch für die Arrangierkünste Ramón Valles, der sich bei dieser Gelegenheit als eminentes Klaviertalent in den Fußstapfen seines Landsmannes Chucho Valdés erweist: Er versteht es ähnlich gut wie McCoyTyner, durch seine enorme Präsenz am Flügel alle musikalischen Abläufe unter Hochspannung zu halten, auch wenn es sich dabei nur um eine freundliche Ballade wie das Titelstück handeln sollte.
Wer wissen möchte, in welch wunderbarer Balance zwischen Tradition und Moderne sich Ramón Valles Klavierspiel bewegt - und wie ausgezeichnet seine von wie gemeißelten und trotzdem lyrisch wirkenden Stakkati geprägten Künste vom Tonstudio Bauer eingefangen wurden - der höre sein Solofeature "La conga de medianoche".

Mátyás Kiss, 23.05.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Es gibt zwei Arten von Variationswerken. Die einen machen ganz banal ihrem Namen alle Ehre und variieren etwas, in der Regel eine Melodie. Die anderen gehen darüber hinaus. In die erste Kategorie fallen unter anderem auch Werke prominenter Jubiläumskomponisten, die man getrost in der Schublade lassen kann. In die zweite Kategorie fällt eher wenig. Als Igor Levit sich 2015 den großen pianistischen Variationswerken widmete, durften zwei natürlich nicht fehlen. Klar, Beethovens […] mehr »


Top