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Kindred

Stefon Harris, Jacky Terrasson

Blue Note/EMI 7243 5 31868 2
(63 Min., 9/2000) 1 CD

Die kurzlebige Mittsechziger-Partnerschaft zwischen Bobby Hutcherson und Herbie Hancock (und eigentlich allen anderen großen Pianisten, die bei Blue Note unter Vertrag standen) ruft diese Zusammenarbeit von Stefon Harris und Jacky Terrasson in Erinnerung. Keine reine Produzentenidee, sondern gegenseitige Wertschätzung aus der Ferne und schließlich ein einwöchiges Engagement im "Village Vanguard", bei dem die beiden einen heißen Draht zueinander entdeckten, führten Harris und Terrasson nun auch auf CD zusammen.
Ein Dutzend Stücke, gleichmäßig verteilt auf Standards und Originale, bilden das Repertoire von "Kindred", was soviel bedeutet wie "seelisch verwandt". Und tatsächlich setzt der Marimbafonist (und gelegentliche Vibrafonist) Harris nahtlos das fort, was Terrasson sich ausgedacht hat, und umgekehrt; manchmal denken sie auch gleichzeitig laut nach. Dadurch ensteht so viel harmonische Bewegung, dass man sich freut, dass die beiden eine Quartettbesetzung ohne Bläser gewählt haben.
Mein einziger Einwand betrifft eben diese Rhythmusgruppe (Tarus Mateen, Terrion Gully): Bei schnelleren Tempi wirkt sie geradezu hyperaktiv, immer bestrebt, den musikalischen Fluss zu unterbrechen oder zu stauen, anstatt ihn zu begünstigen (hören sie nur Bud Powells "John's Abbey" zum Vergleich einmal in der Live-Auslegung des Komponisten mit Pierre Michelot und Kenny Clarke.) Harris und Terrasson hätten sich womöglich besser für ein Kammerduett à la Gary Burton und Chick Corea entschieden. Aber dazu ist es ja noch nicht zu spät.

Mátyás Kiss, 06.09.2001



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