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Communion

John Patitucci

Concord/Edel Contraire CCD-4970-2
(55 Min., 2/2001, 3/2001) 1 CD

Diese musikalisch durchaus ansprechende Kollektion (blickt man auf die einzelnen Stücke) leidet unter einem in unseren Tagen verbreiteten Syndrom: Obwohl die Kompositionen des Leaders gut gelungen, die Spieler handverlesen und die Improvisationen durchaus interessant sind, fällt "Communion" insgesamt doch enttäuschend aus. Warum?
Erstens: Die Erfahrung, einer aufeinander eingespielten Band zu lauschen, ist auch durch ein noch so verlockendes Aufgebot an Starsolisten (das Sopransaxofon von Branford Marsalis z.B. veredelt nur das Titelstück) nicht zu ersetzen; der hier vertretene Chris Potter hat dies mit seinem Album "Gratitude" gerade eindrucksvoll demonstriert. Zweitens wechselt die Zusammensetzung der Spieler - und damit die Ausrichtung der Musik - von Stück zu Stück; vom unbegleiteten Solo bis zum Kammerensemble, von der Post-Bop-Nummer bis zum kubanischen Song findet sich hier für jeden etwas. Man kann von Glück reden, dass wenigstens noch Joe Lovano und Brad Mehldau streckenweise die Jazzfahne emporhalten. Drittens schien so etwas wie eine dramaturgisch zwingende Abfolge der Titel oder ein übergreifendes Konzept gar nicht erst angestrebt worden zu sein.
Es scheint nicht immer die weiseste Lösung, seine Platten selbst zu produzieren, wie es Patitucci hier tut - diese Aufgabe hätte er im Interesse einer geschlosseneren Gesamtwirkung ruhig in erfahrenere Hände legen sollen.

Mátyás Kiss, 06.09.2001



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