Responsive image

Comes Love

Willy Ketzer-Trio

In + Out Records/In-Akustik IOR 77043-2
(52 Min., 10/2001) 1 CD

Willy Ketzer trägt keinen Namen, bei dem man spontan die Glöckchen des Wiedererkennens bimmeln hört. Und trotzdem genießt er in der deutschen Jazzszene einen hervorragenden Ruf - dank ausgedehnten Engagements bei Klaus Doldinger, Eugen Cicero oder Paul Kuhn und als gefragter Big-Band-Drummer, unter anderen für Max Greger, Kurt Edelhagen und Peter Herbolzheimer, der zwischendurch die leichtere Muse nicht verschmäht. Sogar als Schlagzeuger und Leader eines Jazztrios beweist Ketzer ein ausgeprägt gutes Händchen.
Das könnte auch das Verdienst seiner exquisiten Sidemen Jens Foltynowicz (Bass) und Martin Sasse (Klavier) sein - letzterer immerhin Gewinner des Hennessy-Jazzpreises 2000. Hören Sie einmal Sasses wunderbare Phrasierungen im Bossa-Evergreen "Estate", der mir seit Johnny Mandels Arrangement für Shirley Horn nicht mehr aus dem Ohr geht. Glitzernde Juwelen wie diese machen "Comes Love" nach Bill Charlaps "Stardust" zur besten Mainstream-Produktion, die mir in diesem Jahr untergekommen ist.
Sie würde aber nur halb so viel Freude bereiten, wenn nicht auf der Mehrzahl der Titel die aus New Jersey stammende Soulsängerin Cynthia Utterbach gastierte. Sie gibt zwar kaum vor, die von ihr gestalteten Standards neu zu erfinden; doch eine überschätzte Figur wie Natalie Cole verweist sie schon allein durch ihren überlegenen Geschmack und eine besser sitzende Stimme mühelos in die dritte Reihe.

Mátyás Kiss, 17.10.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Es gibt zwei Arten von Variationswerken. Die einen machen ganz banal ihrem Namen alle Ehre und variieren etwas, in der Regel eine Melodie. Die anderen gehen darüber hinaus. In die erste Kategorie fallen unter anderem auch Werke prominenter Jubiläumskomponisten, die man getrost in der Schublade lassen kann. In die zweite Kategorie fällt eher wenig. Als Igor Levit sich 2015 den großen pianistischen Variationswerken widmete, durften zwei natürlich nicht fehlen. Klar, Beethovens […] mehr »


Top