home

N° 1260
02. - 08.07.2022

nächste Aktualisierung
am 09.07.2022



Responsive image
Dmitri Schostakowitsch, Franz Liszt, Sergei Prokofjew

Klavierkonzerte Nr. 1

Lise de la Salle, Gulbenkian Orchestra, Lawrence Foster

Naïve V 5053
(59 Min., 5/2006) 1 CD

Für das Cover wurde sie zur katzenäugigen Kindfrau hochgestylt, doch ihr Klavierspiel zeichnet glücklicherweise ein ganz anderes Bild von Lise de la Salle: Auf ihrer mittlerweile dritten CD präsentiert sich die 18-jährige Ausnahmepianistin aus Frankreich in unbeschwerter Spiellust und findet einen erfrischend unverkrampften, in jedem Fall persönlichen Zugang zu den Erstlingskonzerten von Schostakowitsch, Liszt und Prokofjew. Mutig ist das allemal: Statt zu versuchen, den trockenen Sarkasmus von Schostakowitschs Eigenaufnahme seines Konzerts zu imitieren, aufgedonnerten Liszt à la russe abzuliefern oder bei Prokofjew mit Geschwindigkeitsrekordlern wie Andrej Gawrilow zu wetteifern, geht sie alle drei Werke mit dem gleichen, entspannt verspielten Gestus an. Luzide ist ihr Anschlag, klarköpfig ordnet sie selbst Prokofjews übersprudelnden Klaviersatz, anmutig, aber nie sentimental serviert sie langsamere Passagen – vor allem das sonst gern aggressiv herunterratternde Prokofjewkonzert profitiert von de la Salles noblem, geschmackssicheren Zugriff. Wie auf ihren ersten beiden Solo-CDs macht die Meisterschülerin von Geneviève Joy-Dutilleux der französischen Klaviertradition alle Ehre. Das Lissabonner Gulbenkian Orchestra unter Routinier Lawrence Foster begleitet zuverlässig, wenn auch ohne Anspruch auf letzte Klangpolitur.

Jörg Königsdorf, 15.02.2007



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Traditions-Linien: Mit seiner „Lachrimae“-Pavane habe John Dowland nicht nur ein exzellentes Musikstück für Laute komponiert, sondern einen sinnierenden, wehmütigen und nachhorchenden Ton angeschlagen, der für mehrere Jahrhunderte im Lautenrepertoire den Stil vorgegeben hat, ist sich der baskische Lautenist Enrique Solinís sicher. So nennt er sein neues Album „Ars Lachrimae“, hat aber nicht Dowland eingespielt, sondern den Blick auf seine Nachfolger gelegt. Zwei Suiten von Johann […] mehr


Abo

Top