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Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 6, Sinfonie Nr. 2

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Paavo Järvi

RCA/Sony Music 88697 54254-2
(72 Min., 12/2007) 1 CD, SACD

Für Paavo Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie dürfte die "Pastorale" der schwierigste Teil ihres Beethovenzyklus sein. Mit dem Hochdruck und der rekordverdächtigen Virtuosität, die bei der Vierten, Siebten und der Eroica zu fulminanten Ergebnissen geführt hatten, ist hier nicht viel auszurichten – bei den Naturschilderungen der Sechsten ist ein innigerer, liebevoll erzählender Tonfall gefragt. Den liefern Järvi und seine Bremer nur teilweise. Zwar lassen in ihrer "Pastorale" immer wieder lebendig und fantasievoll artikulierte Einzelstimmen aufhorchen, doch das Gesamtresultat ist bei oft erstaunlich konventionellen Tempi seltsam gedämpft: Den finalen Hirtengesang haben andere Orchester schon strahlender hinbekommen und auch die "angenehmen Gefühle" des Kopfsatzes wirken ziemlich kraftlos – zumal, wenn man sie mit der frohlockenden Emphase vergleicht, mit der Jos van Immerseel sie angeht. Deutlich besser gelingt die Zweite, bei der die Bremer ihre Qualitäten voll ausspielen können. Schon die Einleitung zum ersten Satz knistert förmlich vor Spannung, weil jedes Instrument seinen Anteil als Beitrag zu einem Dialog quasi in erweiterter kammermusikalischer Runde versteht. Selbst im langsamen Satz ist die Idylle trügerisch, wird jede Gelegenheit genutzt, durch stampfende Begleitfiguren und das Anschärfen dynamischer Kontraste Druck zu machen – packend, wie Järvi und die Bremer hier das Spiel zwischen Anmut und potenziell zerstörerischer Grundenergie auf die Spitze treiben. Allein dafür lohnt sich schon die Sache.

Jörg Königsdorf, 05.12.2009



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